Das Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin im Jahr 2025
Vorwort – Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – Erwerbungen – Publikationen – Social Media – Forschungsprojekte – Lehre und Qualifizierung – Sammlungen – Fotografie – Bibliothek, Studiensaal und Archiv – Digitale Transformation – Restaurierung – Ausstellungen und Veranstaltungen – Förderverein und die Ronus-Foundation
32 Personen: Mehr Mitarbeiter haben noch
nie das Münzkabinett an wenigstens einem Arbeitstag in der Woche
als ihren Arbeitsplatz gewählt. Dieser Rekord hängt auch mit dem
Umstand zusammen, dass es für das Museum ein Jahr zahlreicher
personeller Veränderungen war, zu denen auch der Abschied von
langjährigen Kollegen gehörte. Der Beginn des neuen
Akademievorhabens »Imagines Nummorum«
schafft Planungssicherheit für den wichtigen Sammlungsbestand
der antiken griechischen Münzen für die nächsten 25 Jahre.
Weitere Projekte wurden abgeschlossen oder fortgeführt. In der
museumseigenen Publikationsreihe erschienen zwei Bände. Der eine
bietet eine umfassende Einführung in die neu erworbene Sammlung
»Ius in nummis« von Thomas
Würtenberger, der zweite ist verbunden mit der erfolgreichen
Ausstellung zur Pazzi-Verschwörung, die im Oktober eröffnet
wurde.

*= Mitarbeiter am Münzkabinett im neuen am 1. Januar gestarteten BBAW-Vorhaben imagines-nummorum.eu., **= seit 15. Oktober 2025 Konservatorin am Münzkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, ***= seit 1. August wissenschaftlicher Mitarbeiter am Münzkabinett auf Schloss Friedenstein in Gotha
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Abb.
1)
Prof. Dr. Bernhard Weisser,
Museumsdirektor (Münzen der Antike bis 3. Jh. n. Chr.;
Gesamtleitung IKMK). – Dr. Karsten Dahmen, Vertreter des
Direktors (Münzen der Spätantike und des Frühmittelalters,
Byzanz, Islam/Orient, ausländische Medaillen; NDP;
Datenredaktion IKMK). – Christian Stoess M. A. (Münzen des
Mittelalters, der Neuzeit und Moderne, Europa und Übersee;
Fotodokumentation, bis 30.4.2025). – Dr. Patrick Breternitz
(Nachfolger von Christian Stoess seit 1.9.2025). – Dr. Johannes
Eberhardt (Münzen und Medaillen der Neuzeit und Moderne /
deutschsprachiger Raum; Geldscheine und Wertpapiere;
historisches Stempelarchiv der Berliner Münzstätte; Bibliothek;
IT-Beauftragter)
Wissenschaftlicher Museumsassistent
in Fortbildung: Leo Brey M. A. (seit 1.3.2025)
Restaurator: Dipl.-Restaurator Kyrill
Radezky M. A. (außerdem Sicherheits- und Risikobeauftragter)
Fotografin: Franziska Vu (20 %)
Sekretariat: Dörte Klafack
Bibliotheksmitarbeiterin: Natalie
Osowski (außerdem Studiensaal, Archiv)
Bildung und Vermittlung: Marie Fröde
(16 %)
Projektangestellte: Stefanie Baars M.
A. (wiss. Mitarbeiterin, 100 %, bis 14.10.2025). – Dr. Angela
Berthold (wiss. Mitarbeiterin, 75 %, ab 1.3. 100 %). – Kaya
Guske (stud. Hilfskraft, Drittmittel). – Arthur Hampel
(Drittmittel, stud. Hilfskraft). – Dipl.-Rest. (FH) Petra
Hofmann (Drittmittel). – Paul Scott Höffgen M. A. (wiss.
Hilfskraft, bis 31.07.2025). – Dr. Christoph Klose (wiss.
Mitarbeiter, 100 %). Marco Krüger M. A. (wiss. Hilfskraft seit
1.11.2025). – Dr. Katharina Martin (50%, bis 28.2.2025). – Jan
Peuckert Ass. d. L. (wiss. Hilfskraft)
Angestellte im BBAW-Vorhaben Imagines
Nummorum mit Arbeitsplätzen am Münzkabinett: Patrick Dörr M. A.
(wissensch. Mitarbeiter und Doktorand seit 1.4.2025, 20 %). –
Andrea Gorys M. A. (wissensch. Mitarbeiterin, 60 %). – Rosa
Philomena Ludwig (stud. Hilfskraft seit 1.4.2025). – Ioanna
Maina (stud. Hilfskraft, bis 30.8.2025). – Paul Seyfried M. A.
(wissensch. Mitarbeiter und Doktorand seit 1.3.2025, 40%). –
Johannes Victor (stud. Hilfskraft seit 15.9.2025)
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im
Ehrenamt: Karsten Förtsch. – Prof. Dr. Bernd Kluge. – Horst
Kosanke. – Christian Stoess M. A. (seit 1.5.2025). – Renate
Vogel M. A.
Johannes Eberhardt wurde zum
Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst
gewählt und folgt Bernhard Weisser in der Jury für den Saltus
Award der American Numismatic Society. Patrick Breternitz
vertritt den Arbeitskreis Brandenburg-Preußen im Vorsitz der
Numismatischen Gesellschaft zu Berlin. Er ist Mitglied der
Redaktionen des Jahrbuchs der Kölner Münzfreunde und des
Jaarboek voor Munt- en Penningkunde. Zu
weiteren Mitgliedschaften vgl. die Jahresberichte ab
2021/22.
Erwerbungen

Der weitere Sammlungszuwachs im Jahr 2025 umfasst 88 Objekte. Die Erwerbungen beinhalten:
|
Münzen |
5 |
|
Münzfälschungen |
3 |
|
Medaillen, Plaketten,
Modelle, Marken und Zeichen |
80 |
Von den insgesamt 49
Erwerbungsvorgängen betreffen 42 Schenkungen, eine Überweisung
und sechs Ankäufe, meist von zeitgenössischen Kunstmedaillen.
Für den Bereich Antike gab es zwei Erwerbungen (Fälschungen).
Für den Bereich Mittelalter war eine Neuerwerbung (Fälschung) zu
verzeichnen. Neuzeitliche Münzen, Medaillen, Modelle sowie
Marken und Zeichen waren mit 85 Objekten vertreten.
Geschenke werden Rainer Albert,
Rossen Andreev, Ernst-Henri Balan, Leonard Brey, Bodo Broschat,
Detlef Büttner, Karsten Dahmen, Marianne Dietz, Sonja Eschefeld,
Karsten Förtsch (Abb. 7), Jürgen Freundel, Rainer Grund,
Anne-Liese Henke (Abb. 5), Marek Jura, Agatha Kill,
Ingeborg Lewandowski (Sammlung ihres verstorbenen Mannes Helmut
Lewandowski), Eberhard Linke, Martin Maischberger, der
Numismatischen Gesellschaft zu Berlin e. V. (Abb. 9), der
Polnischen Staatsbank, der SCC Event GmbH, Dieter Scholz, Anna
Franziska Schwarzbach, Matthias Simon, Burkhard Traeger,
Bernhard Weisser und Thomas Würtenberger (Abb. 6)
verdankt. Eine Überweisung der aktuellen Münzprägungen erfolgte
durch das Bundesministerium für Finanzen.

Publikationen
Monographien:
Th. Würtenberger – J.
Eberhardt, Ius in nummis. Die Sammlung Thomas Würtenberger. Das
Kabinett 19, hrsg. von B. Weisser (Regenstauf 2025) [unter
Mitarbeit von Frank Zeiler und Patrik Pohl] (Abb. 10 a)
K. Dahmen – N. Rowley, Die
Pazzi-Verschwörung. Macht, Gewalt und Kunst im Florenz der
Renaissance. Das Kabinett 20, hrsg. von B. Weisser (Regenstauf
2025, ²2026): mit einem Beitrag von Kay Usenbinz (Abb. 10 b
und 17)
B. Kluge, Die Münzen des
Ostfränkisch-Deutschen Reiches 843 bis 1125 (MODR), Abteilung
VI. Bestandskatalog des Münzkabinetts Berlin. Teil 2/1–3: Die
ostfränkisch-deutschen Münzen 919 bis 1125. Herzogtümer Ober-
und Niederlothringen: 1. Frankreich, 2. Flandern und Belgien, 3.
Niederlande und Luxemburg (Berlin 2025). Online unter
https://www.klugenumismatik.de
B. Kluge, Die Münzen des
Ostfränkisch-Deutschen Reiches 843 bis 1125 (MODR), Abteilung
II. Basistypenkatalog. Teil 2/4: Deutschland. Mosel und
Mittelrhein (Land Rheinland-Pfalz), Herzogtümer Oberlothringen
und Franken (Rheinfranken) (Berlin 2025). Online unter
https://www.klugenumismatik.de
Artikel (in Auswahl):
Stefanie Baars
- S. Baars,
The Early Double-Relief Coinage of Croton, in: J. Bodzek – A.
Bursche – A. Zapolska (Hrsg.), Proceedings of the XVI
International Numismatic Congress, 11–16.09.2022, Warsaw, I.
Greek Numismatics (Turnhout 2025) 113–121. DOI
10.1484/M.WSA-EB.5.144863
Angela
Berthold
- F. Thiery –
A. Berthold, Wikibase Datenmodell v0.2, in Squirrel Papers, via
Zenodo (2025, März 20). DOI
10.5281/zenodo.15065875
- A. Berthold – G. Zöllner,
Wo finde ich was? Ressourcen, Services und Tools für die
Provenienzforschung. Zenodo. (2025, Oktober 17). DOI
10.5281/zenodo.17377629
- A. Berthold – F. von
Hagel – G. Zöllner – F. Thiery, ta2-prov-tools-services-matrix
(v1.0). Zenodo(2025). DOI
10.5281/zenodo.17151595
Patrick Breternitz
- P. Breternitz,
Freigeld – (k)ein Ende der Numismatik?, Jahrbuch der Kölner
Münzfreunde 6, 2025, 235–247
- P. Breternitz – K.
Priese: Von Walhalla zu den Kaninchenzüchtern. Zur Entstehung
und Wiederverwendung eines spätklassizistischen Viktoria-Motivs,
Geldgeschichtliche Nachrichten 60, 2025, 85–94
- P. Breternitz, Note de
lecture: B. Kluge, Die Münzen des ostfränkisch-deutschen Reiches
843–1125, Cahiers numismatiques 62, 2025, 62–63
Johannes Eberhardt
- J. Eberhardt, Die DGMK,
in: M. Ohm – B. Weisser (Hrsg.), 75 Jahre Numismatische
Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland,
Numismatisches Nachrichtenblatt 74, 2025, 448.
Onlinefassung
- J. Eberhardt, Der
Deutsche Medailleurpreis 2025 für Marianne Dietz, in: Stadt Suhl
und die DGMK (Hrsg.), Deutscher Medailleurpreis 2025. Redaktion
S. Kötz (Suhl 2025) 6–32
- J. Eberhardt, Über das
Gestalten von Münzkunst Johannes Eberhardt im Gespräch mit Anna
Martha Napp und Bodo Broschat, in: Politik und Kultur, 4, 2025.
Onlinefassung
- J.
Eberhardt, Exploring the Facets of a Congress Medal, in: M.
Hirsch – D. Weidgenannt (Hrsg.), FIDEM XXXVIII Art Medal
Exhibition Munich 2025. Our Myths, Our Roots
(München 2025) 16–19
Christoph Klose
- Ch. Klose, Behrendt Pick und das
Akademische Münzkabinett in Jena, in: K. Martin – M. Mulsow – J.
Wienand (Hrsg.), Universitäre Münzsammlungen im
deutschsprachigen Raum: Geschichte – Gegenwart und Zukunft
(Göttingen 2025) 185–238. DOI
10.13109/9783666306082.185
- Ch. Klose und B. Weisser, Digitale
Sicherheitsdokumentation im musealen Kontext: Der digitale
Besitznachweis als Anwendungsbeispiel für den Minimaldatensatz,
Archäologische Informationen 47, 2024 [2025] 83–98. DOI
10.11588/ai.2024.1.110392
- Ch. Klose – A. Gnyp – V.
Biesterfeld – M. Morstein – K. Sternitzke – B. Fritsch – A.
Gerber – B. Streubel – B. Weisser, Dokumentationsstandards und
der Besitznachweis in Sammlungen – ein vergleichender Überblick
(2025). DOI
10.5281/zenodo.16902837
Jan Oliver Peuckert
- J. O. Peuckert, Der Phönix auf den
alexandrinischen Münzen des Antoninus Pius, Numismatisches
Nachrichtenblatt 74, 2025, 270–272
Bernhard Weisser
- B. Weisser – A. Gorys,
Identitätskonstruktionen in Adramyttion. Münzgeschichte und
historisches Gedächtnis in einer mysischen Landschaft, in: S.
Kerschbaum – H. Vidin (Hrsg.), Tracing the Local(s): The Local
World of Mediterranean Landscapes in Greek and Roman Coinage
(Bordeaux 2025) 177–203
- B. Weisser, Josef
Liegle (1893–1930) and the Education of Boys, in: P. P. Iossif
– Y. Stoyas
(Hrsg.), Fleur de Coin: Studies
offered to François de Callataÿ by his students and friends
(Athen 2025) 602–621
- B. Weisser,
IKMK – The Münzkabinett’s Online Catalogue(s) 2015–2025, in: J.
Bodzek – A. Bursche –
A. Zapolska (Hrsg.), Proceedings of the XVI International
Congress, 11–16.09.2022, Warsaw, IV: Medals, Modern, and General
Numismatics, WSA, 13 (Turnhout 2025) 231–237 [mit K. Dahmen, J.
Freundel, K. Vondrovec, J. Wienand, K. Martin, S. Börner und B.
Zäch]. DOI:
10.1484/M.WSA-EB.5.145483
- B. Weisser – J. Wienand,
Materialität und Digitalität. Universitäre Münzsammlungen im
Verbund mit dem Münzkabinett Berlin, in: J. Wienand – K. Martin
– M. Mulsow (Hrsg.), Universitäre Münzsammlungen im
deutschsprachigen Raum. Geschichte, Gegenwart, Zukunft
(Göttingen 2025) 709–727. DOI:
10.13109/9783666306082.709
- M. Ohm – B. Weisser, 75
Jahre Numismatische Kommission der Länder in der Bundesrepublik
Deutschland, Numismatisches Nachrichtenblatt 74, 2025, 424–427.
Onlinefassung
- B. Weisser,
Briefe aus
Berlin, Numismatisch-museologische Betrachtungen, MuenzenRevue
57, 2025: Briefe Nr. 82–92.
Onlinefassung
- B. Weisser, Das
Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin im Jahr 2024.
Online Zeitschrift zur Antiken Numismatik 7, 2025, 89–106. DOI:
10.17879/ozean-2025-9178
Die Zeitschrift »Geldgeschichtliche
Nachrichten« der Gesellschaft für Internationale Geldgeschichte
wird von Christian Stoess herausgegeben. Patrick Breternitz ist
Mitherausgeber der Zeitschriften »Jaarboek voor Munt- en
Penningkunde« und »Jahrbuch der Kölner Münzfreunde«.
Social Media
Bernhard Weisser berichtet auf
Linkedin, Johannes Eberhardt auf Instagram über die Arbeit im
Münzkabinett. Karsten Dahmen pflegt die
Nachrichtenseiten
des IKMK und der
Numismatischen Gesellschaft zu Berlin,
Johannes Eberhardt die Webseite der
Deutschen
Gesellschaft für Medaillenkunst und Christian
Stoess die Webseite der
Numismatischen Kommission.
Forschungsprojekte (chronologisch
und in Auswahl)
CHANGE. The development of the monetary economy of ancient Anatolia, c. 630–30 BC, Sept. 2020 bis Aug. 2025, EU-gefördert; gemeinsam mit University of Oxford, British Museum
Mit Projektende waren die
Basisdaten von 16.898 vorkaiserzeitlichen Münzen Kleinasiens in
mk-edit erfasst. Davon waren bis Ende August bereits 10.980
online. Von dem Projekt wurden bereits Rücklinks zur Verfügung
gestellt, die unsere Dateneinträge bereichern. Ergebnisse dieses
Projektes zahlen unmittelbar in das neue BBAW-Vorhaben Imagines
Nummorum ein (s.u.)
Beteiligte: Bernhard Weisser,
Stefanie Baars, Jan Peuckert
Kipper- und Wipper, seit
09/2020, gefördert durch den Förderkreis des Münzkabinetts und
die Ronus-Foundation
Von den 3.521 Münzen sind weitere
qualifiziert worden, darunter 210 Münzen aus dem Fund von
Pasewalk
Beteiligte: Christian Stoess, Paul
Scott Höffgen, Marco Krüger, Johannes Eberhardt
NFDI4Objects. Research Data
Infrastructure for the Material Remains of Human History, seit 03/2023, DFG-gefördert; gemeinsam u. a. mit dem DAI und
LEIZA
Das Münzkabinett ist in NFDI4Objects
für den Arbeitsbereich (Task Area) 2 Collecting
mitverantwortlich, in welchem das Forschungsdatenmanagement für
Objekte in Sammlungen thematisiert wird. Folgende Bereiche
wurden 2025 vorrangig bearbeitet: Digitales Sammlungsmanagement,
Besitznachweis im Verlustfall, Provenienzforschung, Objekte als
Inschriftenträger, Research Software Engineering sowie Semantic
Modelling und Linked Open Data. Daneben erreichte die erste
Förderphase von NFDI4Objects 2025 ihre Halbzeit, was mit
zahlreichen Evaluationsmaßnahmen, Gedanken zur Neuausrichtung
und Arbeitsplänen für die zweite Phase verbunden war.
Beteiligte: Stefanie Baars, Angela
Berthold, Christoph Klose, Katharina Martin, Jan Peuckert und
Bernhard Weisser

Sammlung Thomas
Würtenberger, »Ius in nummis«, seit 2021, gefördert durch den
Förderkreis des Münzkabinetts und Familie Würtenberger
Die Konzentration in diesem
Jahr lag in Arbeiten für die Veröffentlichung der
Kabinettspublikation, die im November erfolgte.
Beteiligte: Johannes
Eberhardt, Renate Vogel, Kaya Guske
Die Münzen des
Ostfränkisch-Deutschen Reiches 843 bis 1125 (MODR)
Seit 2024. Im April erschien
der Band MODR VI 2/1–3 mit den Münzen der heute außerhalb
Deutschlands liegenden Teile des Ostfränkisch-Deutschen Reiches
(Frankreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg) im Bestand des
Münzkabinetts (Abb. 12 und 13). Der Band enthält
1.605 Münzen (Kat. Nr. 1101–2676), die alle einzeln beschrieben
und abgebildet sind, sowie eine sammlungsgeschichtliche
Einleitung zu dieser Bestandsgruppe, Konkordanzen, Register und
Bibliographie. Im Juni 2025 folgte mit MODR II 2/4
(Basistypenkatalog Deutschland, Mosel und Mittelrhein) der erste
Band der Münzen auf dem heutigen Territorium Deutschlands. Er
umfasst die Münzstätten und Münztypen im Raum Mosel und
Mittelrhein (heutiges Bundesland Rheinland-Pfalz, historisch
Teile der Herzogtümer Oberlothringen und Franken; Basistypen 403
bis 482). Für die großen rheinischen Münzzentren Mainz, Worms
und Speyer bedeutet der Band die erste vollständige
zusammenfassende Neubearbeitung seit Dannenberg 1905. Das zweite
Halbjahr 2025 war dem Parallelband MODR VI 2/4 (Bestandskatalog
Münzkabinett Berlin. Deutschland, Mosel und Mittelrhein)
gewidmet. Der Band schließt an MODR VI 2/1–3 (2025) an und
enthält 929 Münzen (Kat. Nr. 2701–3623). Das Manuskript ist
abgeschlossen.
Beteiligte: Bernd Kluge, Christian
Stoess, Patrick Breternitz, Arthur Hampel


Imagines Nummorum: Thesaurus
Iconographicus Nummorum Graecorum online (Abb. 14).
Gefördert von der Union der deutschen Akademien der
Wissenschaften

Das Vorhaben ist für 25 Jahre geplant
und hat sich vier Aufgaben gestellt:
-
Corpora sind Merkmale von Akademievorhaben. Die das Münzkabinett unmittelbar betreffende Aufgabe ist die Veröffentlichung von 114.845 antiken griechischen Münzen. Sie bilden etwa 1/5 des Gesamtbestandes und sind als Referenzwerk für die griechische Numismatik unverzichtbar. Seit dem Jahr 2007 haben wir bereits 18.902 griechische Münzen in unserem Interaktiven Münzkatalog ikmk.smb.museum publiziert, bis Jahresende konnte die Anzahl der publizierten Münzen auf 21.099 Münzen erhöht werden. Das Gesamtvorhaben ist in fünf Module zu je fünf Jahren unterteilt, die Münzen sind in unterschiedlich große Partien aufgeteilt. Es wurde mit den Regionen begonnen, zu denen derzeit bei uns die größte Expertise vorhanden ist.
-
Bislang gibt es noch keinen guten Thesaurus zur griechischen Münzikonographie. Es besteht aber ein Bedarf, den der »Thesaurus Iconographicus Nummorum Graecorum« befriedigen will. In den letzten zehn Jahren haben sich die digitalen Werkzeuge weiterentwickelt. Unter Einsatz von persistenten Identifikatoren und Verlinkungen wird ein neues Normdatenrepositorium geschaffen, das die ikonographische Kontextualisierung der Münzen erleichtern wird. Die Arbeit erfolgt in enger nationaler und internationaler Abstimmung (v. a. in Nomisma).
-
Die digitale Infrastruktur wird über den kompletten Zeitraum mit einer vollen Wissenschaftlerstelle abgesichert. Nur sie ermöglicht, agil auf die Entwicklungen zu reagieren, die sowohl geisteswissenschaftliche als auch digitale Kompetenzen erfordern. KI-gestützte Werkzeuge, Datenaustausch und die weitere Qualifizierung der gemeinsam entwickelten digitalen Produkte und Dienste sind ein wichtiger Erfolgsgarant des gesamten Vorhabens.
-
Alle Aktivitäten spielen im digitalen Raum und die Arbeit ist vom ersten Tag an sichtbar. Wie gut sie sind, wird anhand exemplarischer Auswertungen in Bezug auf zentrale bildwissenschaftlich-historische Fragen überprüft. Die Bildwissenschaften umfassen sehr viel mehr als einen Ikonographiethesaurus. Ziel des Vorhabens ist es, die antiken griechischen Münzen als historische Quellen und Träger von Bildern und Texten umfassend zu kontextualisieren. Die ersten fünf Jahre widmen sich den Bildbedeutungen im räumlichen Kontext.
Beteiligte: Bernhard Weisser, Angela
Berthold, Karsten Dahmen, Andrea Gorys (BBAW), Ioanna Maina
(BBAW), Paul Seyfried (BBAW), Patrick Dörr (BBAW), Rosa
Philomena Ludwig (BBAW), Johannes Victor (BBAW)
Die Bestände des
Hohenzollern-Museums (Schloss Monbijou)
2025–2026. Im Mai 2025
kam es zur einvernehmlichen Lösung zum Umgang mit den
Sammlungsobjekten aus dem ehemaligen Hohenzollernmuseum. Zu den
2.999 Einzelobjekten, die die Stiftung Preußischer Kulturbesitz
abgibt, gehören 2.122 Münzen und Medaillen, die Doubletten in
Bezug auf unseren eigenen Museumsbestand sind. Dabei handelt es
sich aber nicht um minderwertige Stücke, sondern im Gegenteil
häufig um prägefrische Belegexemplare aus königlichem Besitz,
die häufig als Donative dienten. Nachdem die Münzen, Medaillen
und anderen numismatischen Objekte aus dem ehemaligen Besitz des
Hohenzollern-Museums 1958 aus Russland nach Ostberlin
zurückkehrten, wurden sie an das Münzkabinett überwiesen. Im
Zuge der Rückführung der Bestände des ehemaligen
Hohenzollern-Museums (Schloss Monbijou) wurden sämtliche der
2.122 Objekte fotografiert und nun mit Basisdaten im mk-edit
erfasst. Die erste Hälfte der Objekte wurde im Dezember 2025 an
die Stiftung Hohenzollernscher Kunstbesitz übergeben (Abb. 15).
Beteiligte: Johannes
Eberhardt, Marco Krüger, Leo Brey, Kaya Guske, Arthur Hampel,
Bernhard Weisser
Lehre und Qualifizierung
SS 2025: Johannes Eberhardt,
»Italienische Münzen des Mittelalters als historische Quellen:
Einführung und Bestimmungsübung«, Übung, Humboldt-Universität zu
Berlin, Institut für Geschichtswissenschaften
WS 2025/26: Angela Berthold und
Bernhard Weisser, »Numismatische Provenienzforschung. Digitale
Ressourcen und Methoden«, Seminar, Humboldt-Universität zu
Berlin, Institut für Archäologie
Abgeschlossene Qualifikationsarbeit:
Michele Lange M.A., »Einprägende Bilder. Die Ästhetik(en) von
Münzen in der römischen Kaiserzeit« (Diss. Phil. Tübingen 2025,
Zweitgutachter: Bernhard Weisser)
Karsten Dahmen, Johannes Eberhardt,
Christian Stoess und Bernhard Weisser veranstalteten Übungen und
Blockseminare zur Numismatik mit Studierenden der Universitäten
Berlin, Göttingen und des Liceo Concetto Marchesi (Padua)
Forschungsstipendiat der SPK: David
Weidgenannt (München). – IKMK-Stipendiatin: Noémie Carpentier
(Paris)
Sammlungen
Die Arbeiten an den Münzen aus
Mysien und der Troas dauern an. Hinzugenommen wurden Moesia
Inferior und Bithynien. Fortgeführt wurden die Erfassung der
Kerndaten zu den vorkaiserzeitlichen Münzen Kleinasiens, des
Ostfränkisch-Deutschen Reiches (843–1125), der sog. Kipper und
Wipper sowie der Neuerwerbungen aus der Sammlung »Ius in nummis«
von Thomas Würtenberger. Alle Wissenschaftler dokumentierten
Objekte im Interaktiven Katalog des Münzkabinetts (IKMK). Die
Provenienzforschung betraf ungezählte Einzelrecherchen. Im
Übrigen wird die Arbeit an der Sammlung stark bestimmt durch
Materialvorlagen im Studiensaal, Anfragen, Leihersuchen und
Fotowünsche, wobei jeweils parallel die Eingabe dieser Objekte
in den IKMK erfolgt.
Fotografie (Christian
Stoess/Dörte Klafack, Franziska Vu)
Die Zahl der mit dem System
»Quickpx« fotografierten Objekte ist im Jahr 2025 von 169.284
auf 184.746 Stück gestiegen (Abb. 16). Damit wurden ca.
15.500 Objekte (2024: 21.500 Objekte) neu erfasst.
Sicherheitsfotografie (Stand 10. Dezember 2025):
|
|
Antike |
MA/NZ/Med. |
Fremdbestände/Gipse |
|
Objekte |
78.155 |
81.071 |
25.520 |
|
Laden |
1.405 |
1.424 |
- |
Unser Quickpx-System kam nicht nur in der eigenen
Sammlung zum Einsatz, sondern wurde auch wieder auf den
Grabungskampagnen in Assos und Priene verwendet (s.u. Abb. 19
a–c). Ergänzend wurden in einer Fotokampagne der Firma Lübke
& Wiedemann im April 2025 1.500 Objekte, für die sich das
hauseigene Fotosystem Quickpx nicht eignet, aufgenommen
(griechische Münzen, Renaissancemedaillen, deutsche Medaillen
des 17. und 18. Jahrhunderts). Hinzu kommen die Aufnahmen von
Franziska Vu (ca. 500 Objekte). Somit sind insgesamt 17.500
Objekte in 2025 fotografisch erfasst worden. Mittlerweile liegen
von insgesamt ca. 258.000 unserer 540.000 numismatischen Objekte
digitale Aufnahmen vor. Die seit Mitte 2017 mit dem
Quickpix-System aufgenommenen 165.000 Objekte enthalten zudem
die Kerndaten (Durchmesser, Gewicht, Stempelstellung,
Akzessionsangabe).
Bibliothek,
Studiensaal und Archiv (Daniel Schatz, Johannes Eberhardt,
Natalie Osowski)
Der
Bibliotheksbestand ist im Jahr 2024 um 297 Monographien und 77
Bände Periodika gewachsen, davon kamen 325 als Tausch- und
Belegexemplare oder als Schenkung in das Münzkabinett. Eine
größere Schenkung (113 Bände) wird Isabelle Döry aus Friedberg
bei Augsburg verdankt. Die Bibliothekare der Kunstbibliothek der
Staatlichen Museen zu Berlin, Daniel Schatz und Elisabeth
Scheele, haben die Katalogisierung und Signierung der Bestände
fortgesetzt, welche im Zuge dieser Arbeit auch in neuer Ordnung
aufgestellt werden. Der Fokus lag auch 2025 auf der
Retrokonversion der Rara-Bestände (frühe numismatische Literatur
des 16. bis frühen 19. Jahrhunderts) sowie der umfangreichen
Sammlung an Auktionskatalogen. Die Anzahl recherchierbarer
Bestände des Münzkabinetts im OPAC der SMB-Bibliotheken umfasst
nun 15.500 physische Einheiten.
Digitalisierung der Korrespondenz des Münzkabinetts 1928–1945
Das Jahr 2025 diente der Bearbeitung
der Jahrgänge 1928–1931. Im Mai wurde die Digitalisierung der
Korrespondenz 1932-1945 abgeschlossen. Nacharbeiten sind
erforderlich (Natalie Osowski).
Die Besucherzahlen im von Natalie
Osowski betreuten Studiensaal betrugen 1.161 (2024: 1.171).
Digitale Transformation
IKMK.NET
Das gemeinsame Portal IKMK.NET ist der sichtbarste Ausdruck des institutionsübergreifenden Handelns im Münzkabinett. Im Jahr 2025 gingen das Akademische Kunstmuseum Bonn und die Kikpe-Stiftung Athen online, so dass es auch nun auch einen griechischen Partner in dem Verbund gibt.
Mit nunmehr 161.348 (2024: 143.2023) Objekten ist es weiterhin das umfangreichste qualitätvolle numismatische Online-Portal im deutschsprachigen Raum. Beteiligt sind 51 Sammlungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und nun auch Griechenland. Die Münzen werden in 36 IKMKs ausgespielt. Alle Informationen und ein Großteil der Bilder (u. a. vom Münzkabinett Berlin) sind gemeinfrei gestellt. Teilgruppen daraus werden in viele weitere, vorrangig internationale, Themenportale übertragen. Verbesserungen im Layout betrafen sowohl das IKMK.NET als auch die einzelnen IKMKs. Das IKMK.NET wird seit 2023 auf einem externen Server gehostet. Dieser steht auch den IKMKs unserer Partner zur Verfügung, wenn sich das Hosting auf institutionseigenen Servern als weniger geeignet bzw. die IKMK-Server als bessere Lösung erweisen.
NDP
Das Normdatenportal
NDP, ein
Dienst des Münzkabinetts für
IKMK.NET,
KENOM sowie die
gesamte Öffentlichkeit, ist weiter gewachsen: bei den
Personendaten auf 16.365 (2024: 15.258) Einträge, den
Geographica auf 4.164 (2024: 4.081) und den Nominalen auf 2.661
(2024: 2.599). Insgesamt sind derzeit 23.707 (2024: 22.438)
Konzepte hinterlegt.
IKMK Berlin
Seit 2025 besteht die Möglichkeit,
sich Patenschaftsurkunden als pdf herunterzuladen. Nun sind im
IKMK des Münzkabinetts 62.279 (2024: 58.892) Objekte online
veröffentlicht. Es gab 3.387 (2024: 2.576) Neueinträge, davon
waren 906 (2024: 1.405) Basiseinträge. Viele der Neueinträge
waren das Ergebnis von Drittmittelprojekten oder Anfragen. Nach
wie vor gibt es keinen museumseigenen Etat für diese zentrale
digitale Fachaufgabe.
Die Zusammenarbeit mit den
IKMK-Partnern, Weiterentwicklungen sowie die Endredaktion der
museumseigenen IKMK-Einträge, die Betreuung des Normdatenportals
und Mitarbeit bei NOMISMA bildeten auch 2025 Arbeitsschwerpunkte
von Karsten Dahmen.
Restaurierung (Kyrill Radezky)
Im Jahr 2025 wurde die kontinuierliche
konservatorisch-restauratorische Betreuung des Sammlungsbestands
fortgeführt. Insgesamt wurden 304 Objekte aus unterschiedlichen
Anlässen bearbeitet und dokumentiert. Ein zusätzlicher
Schwerpunkt lag auf der Restaurierung und Konservierung
römischer Münzen aus dem Samos-Fund. Dabei untersuchte
Dipl.-Restauratorin (FH) Petra Hofmann 1.607 Münzen, von denen
837 restauriert wurden. Darüber hinaus wurde mit der Bearbeitung
der Münzen aus der antiken Stadt Priene begonnen, die im
kommenden Jahr fortgesetzt wird. Seit 2025 werden die
restauratorischen Maßnahmen zudem mit der internen Datenbank
IKMK verknüpft, wodurch die Dokumentation und Sichtbarkeit der
Restaurierungsarbeiten deutlich verbessert werden konnten.
Ausstellungen und Veranstaltungen
Eigene Sonderausstellungen
Lange Finger – Falsche Münzen. Die
dunkle Seite der Numismatik, 17. Mai 2024 – 21.
September 2025. Kurator: Christian Stoess. Im Rahmen der
Sonderausstellung erfolgte ein Kolloquium und die Übergabe der
Prägewerkzeuge von Carl Wilhelm Becker als Schenkung des Landes
Hessen am 10. April 2025 (s. o. Abb. 2–3).
Die Pazzi-Verschwörung: Macht, Gewalt
und Kunst im Florenz der Renaissance, 24. Oktober 2025 – 20.
September 2026 (s. Abb. 10 b und 17). Kurator:
Karsten Dahmen. Für die Ausstellung wurden je ein Objekt aus
Florenz und dem Deutschen Historischen Museum Berlin ausgeliehen
und weitere 18 Objekte aus den Staatlichen Museen.
Anna Franziska Schwarzbach stellte der
Dauerausstellung ihre Almosenempfängerin als Leihgabe bis
auf Widerruf zur Verfügung.

Für die Sonderausstellung
Dioskuren –
Der geschenkte Tag im Neuen Museum Berlin (12.04.2025 –
15.03.2026) wurde eine gemeinsame Begleitausstellung durch das
leitende Ägyptische Museum und die Papyrussammlung, die
Antikensammlung und das Münzkabinett geschaffen. Hierfür wurden
insgesamt 19 Münzen und Medaillen als Leihgaben zur Verfügung
gestellt. Von Seiten des Münzkabinetts war Jan Peuckert an der
Ausstellungsgestaltung beteiligt.
Extern
Es wurden für sieben externe
Sonderausstellungen 21 Objekte ausgeliehen. Und vergib uns
unsere Schuld? Kirchen und Klöster im Nationalsozialismus,
Stiftung Kloster Dalheim, 1 Objekt. – Prunk & Prägung. Der
Kaiser und seine Künstler, Kunsthistorisches Museum Wien, 3
Objekte. – Figures du fou. Entre Moyen Âge et
Renaissance, Musée du Louvre, Paris,
1 Objekt. – Was ist Aufklärung? Fragen an das
18. Jahrhundert, Deutsches Historisches Museum, Berlin, 2
Objekte. – Natur und deutsche Geschichte. Glaube – Biologie –
Macht, Deutsches Historisches Museum, Berlin, 1 Objekt. –
Körper. Kult. Religion. Perspektiven von der Antike bis zur
Gegenwart, Universität Münster, Institut für Klassische
Archäologie und Christliche Archäologie, 1 Objekt – Jüdisches
Leben in Brandenburg, Brandenburg Museum für Zukunft,
Gegenwart und Geschichte, Potsdam, 1 Objekt. – Marc Aurel.
Was ist gute Herrschaft?, Stadtmuseum Simeonstift, Trier, 1
Objekt. – Marc Aurel. Kaiser, Feldherr, Philosoph,
Rheinisches Landesmuseum Trier, 6 Objekte. – Honiggelb - Die
Biene in der Kunst. Von der Renaissance bis in die Gegenwart,
Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur, Wiesbaden, 4
Objekte. – Huldigung. Jubiläumsausstellung zum 500. Jahrestag
des Abschlusses des Friedensvertrags (Königsberger Vertrag),
Muzeum Malborku, 2 Objekte. – Caesar und Kleopatra,
Historisches Museum der Pfalz Speyer, 2 Objekte
Das Münzkabinett betreute Ende Januar
einen Stand auf der World Money Fair in Berlin. Das Münzkabinett
beteiligte sich am Inselfest im Rahmen der Dekade zum
zweihundertjährigen Bestehen der Staatlichen Museen sowie an der
Langen Nacht der Museen und dem Familientag im Bode-Museum.
Weiter etabliert und entwickelt wurde das Format »NahBARES
Rares!«, bei dem an jedem ersten Sonntag des Monats im
Bode-Museum die Gelegenheit besteht, gemeinsam mit dem Team des
Münzkabinetts ausgewählte Originale der größten Münzsammlung
Deutschlands zu erkunden. Was im normalen Museumsbetrieb leider
nicht geht, wird hier möglich: historische Münzen und Medaillen
in die Hand zu nehmen. Es handelt sich um eine möglichst
barrierearme Gelegenheit, um über Museumsobjekte aber auch über
gegenseitige persönliche Interessen am Thema Münzen, Medaillen
und Museum mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch zu
kommen.
Die Jahrestagung zum IKMK.net fand am
20. Mai in Dresden statt. Ein zweites (virtuelles) Treffen wurde
am 24. November durchgeführt. Bei beiden Treffen hielten Karsten
Dahmen und Bernhard Weisser Vorträge.
Am dritten
Community-Meeting von NFDI4Objects vom 30. September bis
2. Oktober in Bochum waren Stefanie Baars, Angela Berthold, Jan
Peuckert und Bernhard Weisser beteiligt (s.o. Abb. 11).
Stefanie Baars, Angela Berthold und Christoph Klose organsierten
verschiedene Veranstaltungen für das Task Area »Collecting«
innerhalb von NFDI4Objects und nahmen an verschiedenen
projektbezogenen Veranstaltungen teil.
Am 19. Tag der antiken Numismatik in
Münster nahmen Karsten Dahmen, Jan Peuckert, Paul Seyfried und
Bernhard Weisser teil.
Mit einer Stolpersteinverlegung vor
seiner ehemaligen Wohn- und Geschäftsadresse Am Kupfergraben 4 (Abb.
18) ehrte das Münzkabinett am 2. Dezember den Numismatiker,
Münz- und Antiquitätenhändler Dr. Philipp Lederer (1872–1944).
Von dieser Adresse floh Lederer Ende 1938 vor den
nationalsozialistischen Repressionen in die Schweiz. Ein
wissenschaftliches Kolloquium zu Sammlungsobjekten
entsprechender Provenienz würdigte Lederers Bedeutung für Museen
und Sammlungen sowie seine besonders enge Beziehung zum Berliner
Münzkabinett (mit Beiträgen u.a. von Angela Berthold, Christoph
Klose und Bernhard Weisser).
Darüber hinaus hielten weitere
Vorträge u. a. Stefanie Baars in Leipzig und London, Angela
Berthold in Berlin und Bochum, Johannes Eberhardt in Halle und
München, Karsten Dahmen in Berlin, Dresden und München,
Christoph Klose in Aarhus und Berlin, Christian Stoess in Berlin
und Frankfurt, Bernhard Weisser in Bochum, Dresden, Halle,
Krakau und München. Im Münzkabinett fanden die Veranstaltungen
der Numismatischen Gesellschaft zu Berlin sowie ihrer
Arbeitskreise (Freundeskreis Antike Münzen, Berliner
Medailleurkreis) statt.
Förderverein und die Ronus Foundation
Der Förderkreis des Münzkabinetts in
der Numismatischen Gesellschaft zu Berlin (Sprecher Carl-Ludwig
Thiele) und die Ronus Foundation trugen durch ihre Förderungen
zum Gelingen von oben genannten Projekten und Vorhaben bei. Dazu
gehören vor allem das Kipper- und Wipperprojekt sowie die
Erfassung und Veröffentlichung der Sammlungserwerbung »Ius in
nummis« (Abb. 10). Weiterhin unterstützt wurden die
Fundmünzenkampagnen in Assos und Priene (Abb. 19). Der
Förderverein finanzierte Erwerbungen, Ausstellungen und
Publikationen.

[Abbildungsnachweise: Abb. 1–2, 6, 9, 18: Franziska Vu; Abb. 3: David von Becker; Abb. 4, 8: Johannes Eberhardt; Abb. 5: Reinhard Saczewski; Abb. 7: Patrick Breternitz; Abb. 10: Gestaltung: Jan Hawemann; Abb. 11: Patrick Lambertus; Abb. 12–13: Screeanshot aus dem zitierten Werk; Abb. 14: Karte: Vladimir Stolba; Abb. 15: Johannes Eberhardt; Abb. 16: Zusammenstellung Christian Stoess; Abb. 17: Foto: Franziska Vu, Gestaltung: Jan Hawemann; Abb. 19 a: Aylin Tanrıöver; Abb. 19 b–20: Bernhard Weisser]