Das Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin im Jahr 2025

von Bernhard Weisser

Vorwort – Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – Erwerbungen – Publikationen – Social Media – Forschungsprojekte – Lehre und Qualifizierung – Sammlungen – Fotografie – Bibliothek, Studiensaal und Archiv – Digitale Transformation – Restaurierung – Ausstellungen und Veranstaltungen – Förderverein und die Ronus-Foundation

 

32 Personen: Mehr Mitarbeiter haben noch nie das Münzkabinett an wenigstens einem Arbeitstag in der Woche als ihren Arbeitsplatz gewählt. Dieser Rekord hängt auch mit dem Umstand zusammen, dass es für das Museum ein Jahr zahlreicher personeller Veränderungen war, zu denen auch der Abschied von langjährigen Kollegen gehörte. Der Beginn des neuen Akademievorhabens »Imagines Nummorum« schafft Planungssicherheit für den wichtigen Sammlungsbestand der antiken griechischen Münzen für die nächsten 25 Jahre. Weitere Projekte wurden abgeschlossen oder fortgeführt. In der museumseigenen Publikationsreihe erschienen zwei Bände. Der eine bietet eine umfassende Einführung in die neu erworbene Sammlung »Ius in nummis« von Thomas Würtenberger, der zweite ist verbunden mit der erfolgreichen Ausstellung zur Pazzi-Verschwörung, die im Oktober eröffnet wurde.

 

Abb. 1: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Münzkabinett im Jahr 2025. Eine Momentaufnahme in einem Jahr personeller Veränderungen. Von l. unten: Rosa Ramona Ludwig*, Johannes Victor*, Stefanie Baars**, Franziska Vu, Kyrill Radezky, Marie Fröde, Patrick Breternitz, Johannes Eberhardt, Leo Brey, Renate Vogel, Angela Berthold, Karsten Dahmen, Horst Kosanke, Andrea Gorys*, Christian Stoess, Daniel Schatz, Bernhard Weisser, Marco Krüger, Christoph Klose, Jan Peuckert und Natalie Osowski. Es fehlen Patrick Dörr*, Karsten Förtsch, Kaya Guske, Arthur Hampel, Paul Scott Höffgen***, Petra Hofmann, Dörte Klafack, Bernd Kluge, Ioanna Maina*, Katharina Martin und Paul Seyfried*. Foto: Franziska Vu
*= Mitarbeiter am Münzkabinett im neuen am 1. Januar gestarteten BBAW-Vorhaben imagines-nummorum.eu., **= seit 15. Oktober 2025 Konservatorin am Münzkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, ***= seit 1. August wissenschaftlicher Mitarbeiter am Münzkabinett auf Schloss Friedenstein in Gotha

 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Abb. 1)

Prof. Dr. Bernhard Weisser, Museumsdirektor (Münzen der Antike bis 3. Jh. n. Chr.; Gesamtleitung IKMK). – Dr. Karsten Dahmen, Vertreter des Direktors (Münzen der Spätantike und des Frühmittelalters, Byzanz, Islam/Orient, ausländische Medaillen; NDP; Datenredaktion IKMK). – Christian Stoess M. A. (Münzen des Mittelalters, der Neuzeit und Moderne, Europa und Übersee; Fotodokumentation, bis 30.4.2025). – Dr. Patrick Breternitz (Nachfolger von Christian Stoess seit 1.9.2025). – Dr. Johannes Eberhardt (Münzen und Medaillen der Neuzeit und Moderne / deutschsprachiger Raum; Geldscheine und Wertpapiere; historisches Stempelarchiv der Berliner Münzstätte; Bibliothek; IT-Beauftragter)

Wissenschaftlicher Museumsassistent in Fortbildung: Leo Brey M. A. (seit 1.3.2025)

Restaurator: Dipl.-Restaurator Kyrill Radezky M. A. (außerdem Sicherheits- und Risikobeauftragter)

Fotografin: Franziska Vu (20 %)

Sekretariat: Dörte Klafack

Bibliotheksmitarbeiterin: Natalie Osowski (außerdem Studiensaal, Archiv)

Bildung und Vermittlung: Marie Fröde (16 %)

Projektangestellte: Stefanie Baars M. A. (wiss. Mitarbeiterin, 100 %, bis 14.10.2025). – Dr. Angela Berthold (wiss. Mitarbeiterin, 75 %, ab 1.3. 100 %). – Kaya Guske (stud. Hilfskraft, Drittmittel). – Arthur Hampel (Drittmittel, stud. Hilfskraft). – Dipl.-Rest. (FH) Petra Hofmann (Drittmittel). – Paul Scott Höffgen M. A. (wiss. Hilfskraft, bis 31.07.2025). – Dr. Christoph Klose (wiss. Mitarbeiter, 100 %). Marco Krüger M. A. (wiss. Hilfskraft seit 1.11.2025). – Dr. Katharina Martin (50%, bis 28.2.2025). – Jan Peuckert Ass. d. L. (wiss. Hilfskraft)

Angestellte im BBAW-Vorhaben Imagines Nummorum mit Arbeitsplätzen am Münzkabinett: Patrick Dörr M. A. (wissensch. Mitarbeiter und Doktorand seit 1.4.2025, 20 %). – Andrea Gorys M. A. (wissensch. Mitarbeiterin, 60 %). – Rosa Philomena Ludwig (stud. Hilfskraft seit 1.4.2025). – Ioanna Maina (stud. Hilfskraft, bis 30.8.2025). – Paul Seyfried M. A. (wissensch. Mitarbeiter und Doktorand seit 1.3.2025, 40%). – Johannes Victor (stud. Hilfskraft seit 15.9.2025)

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ehrenamt: Karsten Förtsch. – Prof. Dr. Bernd Kluge. – Horst Kosanke. – Christian Stoess M. A. (seit 1.5.2025). – Renate Vogel M. A.

Johannes Eberhardt wurde zum Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst gewählt und folgt Bernhard Weisser in der Jury für den Saltus Award der American Numismatic Society. Patrick Breternitz vertritt den Arbeitskreis Brandenburg-Preußen im Vorsitz der Numismatischen Gesellschaft zu Berlin. Er ist Mitglied der Redaktionen des Jahrbuchs der Kölner Münzfreunde und des Jaarboek voor Munt- en Penningkunde. Zu weiteren Mitgliedschaften vgl. die Jahresberichte ab 2021/22.

 

Erwerbungen

Abb. 2: In einem extra angefertigten Schrank werden seit 1911 die Prägestempel des Carl Wilhelm Becker (1772–1830) als Dauerleihgabe aufbewahrt. Die Eigentumsrechte sind im Jahr 2025 vom Land Hessen auf die Stiftung Preußischer Kulturbesitz übergegangen. Foto: Franziska Vu

 

Abb. 3: Schenkung der Beckerschen Stempel durch das Land Hessen an das Münzkabinett am 10. April (v.l.n.r.): Carsten Amrhein, Marion Ackermann, Timon Gremmels, Bernhard Weisser und Hermann Parzinger. Foto: David von Becker

 

Der weitere Sammlungszuwachs im Jahr 2025 umfasst 88 Objekte. Die Erwerbungen beinhalten:

Münzen

5

Münzfälschungen

3

Medaillen, Plaketten, Modelle, Marken und Zeichen    

     80

Von den insgesamt 49 Erwerbungsvorgängen betreffen 42 Schenkungen, eine Überweisung und sechs Ankäufe, meist von zeitgenössischen Kunstmedaillen. Für den Bereich Antike gab es zwei Erwerbungen (Fälschungen). Für den Bereich Mittelalter war eine Neuerwerbung (Fälschung) zu verzeichnen. Neuzeitliche Münzen, Medaillen, Modelle sowie Marken und Zeichen waren mit 85 Objekten vertreten.

Geschenke werden Rainer Albert, Rossen Andreev, Ernst-Henri Balan, Leonard Brey, Bodo Broschat, Detlef Büttner, Karsten Dahmen, Marianne Dietz, Sonja Eschefeld, Karsten Förtsch (Abb. 7), Jürgen Freundel, Rainer Grund, Anne-Liese Henke (Abb. 5), Marek Jura, Agatha Kill, Ingeborg Lewandowski (Sammlung ihres verstorbenen Mannes Helmut Lewandowski), Eberhard Linke, Martin Maischberger, der Numismatischen Gesellschaft zu Berlin e. V. (Abb. 9), der Polnischen Staatsbank, der SCC Event GmbH, Dieter Scholz, Anna Franziska Schwarzbach, Matthias Simon, Burkhard Traeger, Bernhard Weisser und Thomas Würtenberger (Abb. 6) verdankt. Eine Überweisung der aktuellen Münzprägungen erfolgte durch das Bundesministerium für Finanzen.

Abb. 4: Preußen: Friedrich II., ½ Friedrich d’or, 1758–1763 (1755), 18321729, Acc. 2025/110, 23 mm. Ankauf bei Manfred Olding, Osnabrück. Auch die Friedrich d’or sind im Siebenjährigen Krieg 1756–1763 in verschlechtertem Feingehalt ausgebracht worden, wenn auch längst nicht in dem Umfang wie das Silbergeld. Wegen Ihrer Zeitstellung zwischen den alten Friedrich d’or (bis 1755) und den neuen Friedrich d’or (ab 1763) werden sie auch als ›Mittel-Friedrichsdor‹ bezeichnet. Sie tragen rückdatierte Jahreszahlen (1755–1757). Bei diesem Stück handelt es sich um den einzigen ½ Friedrich d’or-Typ des Siebenjährigen Krieges und das bis jetzt vierte bekannte Exemplar. Von den anderen drei Exemplaren befinden sich zwei in der verschollenen Sammlung der Königlichen Münze, die 1945 nach Russland geschafft wurde und sich jetzt vermutlich in Moskau befindet. Das dritte bekannte Exemplar (das von Schrötter nicht kannte) gelangte aus der Sammlung der Reichsbank in die Sammlung der Deutschen Bundesbank, Frankfurt. Die Münze konnte mithilfe der Haushaltsmittel des Münzkabinetts erworben werden. Fotos: Johannes Eberhardt

 

 

Abb. 5: Egino Weinert (1920–2012): Straßenumzug, 18237328, Acc. 2025/78, 79 mm. Geschenk von Frau Anne-Liese Henke aus dem Nachlass ihres Mannes Johannes Henke. Foto: Reinhard Saczewski

Abb. 6: Ingrid Baumgärtner: Recht und Gerechtigkeit, 2023, 18316382, Acc. 2025/52, 138 mm. Geschenk von Prof. Dr. Thomas Würtenberger zur Erweiterung des Sammlungsbestandes »Ius in nummis«. Fotos: Franziska Vu

Abb. 7: Litauen: Verteidigungsfähigkeit, 2025, 18320510, Acc. 2025/96, 26 mm. Geschenk von Karsten Förtsch. Die 2 Euro-Münze zeigt auf der Rückseite den stilisierten Umriß Litauens mit nach außen weisenden Stacheln. Fotos: Patrick Breternitz

Abb. 8: Carsten Theumer: Terroreule, 2025, 18321359, Acc. 2025/113, 102 mm. Ankauf von Carsten Theumer. Fotos: Johannes Eberhardt

Abb. 9: Marianne Dietz: Margot Friedländer, 2025, 18321054, Acc. 2025/97, 81 mm. Geschenk der Numismatischen Gesellschaft zu Berlin e. V. Fotos: Franziska Vu

 

Publikationen

Abb. 10: Die beiden neuen Publikationen in der museumseigenen Reihe »Das Kabinett«. Gestaltung: Jan Hawemann

 

Monographien:

Th. Würtenberger – J. Eberhardt, Ius in nummis. Die Sammlung Thomas Würtenberger. Das Kabinett 19, hrsg. von B. Weisser (Regenstauf 2025) [unter Mitarbeit von Frank Zeiler und Patrik Pohl] (Abb. 10 a)

K. Dahmen – N. Rowley, Die Pazzi-Verschwörung. Macht, Gewalt und Kunst im Florenz der Renaissance. Das Kabinett 20, hrsg. von B. Weisser (Regenstauf 2025, ²2026): mit einem Beitrag von Kay Usenbinz (Abb. 10 b und 17)

B. Kluge, Die Münzen des Ostfränkisch-Deutschen Reiches 843 bis 1125 (MODR), Abteilung VI. Bestandskatalog des Münzkabinetts Berlin. Teil 2/1–3: Die ostfränkisch-deutschen Münzen 919 bis 1125. Herzogtümer Ober- und Niederlothringen: 1. Frankreich, 2. Flandern und Belgien, 3. Niederlande und Luxemburg (Berlin 2025). Online unter https://www.klugenumismatik.de

B. Kluge, Die Münzen des Ostfränkisch-Deutschen Reiches 843 bis 1125 (MODR), Abteilung II. Basistypenkatalog. Teil 2/4: Deutschland. Mosel und Mittelrhein (Land Rheinland-Pfalz), Herzogtümer Oberlothringen und Franken (Rheinfranken) (Berlin 2025). Online unter https://www.klugenumismatik.de

 

Artikel (in Auswahl):

Stefanie Baars

- S. Baars, The Early Double-Relief Coinage of Croton, in: J. Bodzek – A. Bursche – A. Zapolska (Hrsg.), Proceedings of the XVI International Numismatic Congress, 11–16.09.2022, Warsaw, I. Greek Numismatics (Turnhout 2025) 113–121. DOI 10.1484/M.WSA-EB.5.144863

 

Angela Berthold

- F. Thiery – A. Berthold, Wikibase Datenmodell v0.2, in Squirrel Papers, via Zenodo (2025, März 20). DOI 10.5281/zenodo.15065875

- A. Berthold – G. Zöllner, Wo finde ich was? Ressourcen, Services und Tools für die Provenienzforschung. Zenodo. (2025, Oktober 17). DOI 10.5281/zenodo.17377629

- A. Berthold – F. von Hagel – G. Zöllner – F. Thiery, ta2-prov-tools-services-matrix (v1.0). Zenodo(2025). DOI 10.5281/zenodo.17151595

 

Patrick Breternitz

-  P. Breternitz, Freigeld – (k)ein Ende der Numismatik?, Jahrbuch der Kölner Münzfreunde 6, 2025, 235–247

- P. Breternitz – K. Priese: Von Walhalla zu den Kaninchenzüchtern. Zur Entstehung und Wiederverwendung eines spätklassizistischen Viktoria-Motivs, Geldgeschichtliche Nachrichten 60, 2025, 85–94

- P. Breternitz, Note de lecture: B. Kluge, Die Münzen des ostfränkisch-deutschen Reiches 843–1125, Cahiers numismatiques 62, 2025, 62–63

 

Johannes Eberhardt

- J. Eberhardt, Die DGMK, in: M. Ohm – B. Weisser (Hrsg.), 75 Jahre Numismatische Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland, Numismatisches Nachrichtenblatt 74, 2025, 448. Onlinefassung

- J. Eberhardt, Der Deutsche Medailleurpreis 2025 für Marianne Dietz, in: Stadt Suhl und die DGMK (Hrsg.), Deutscher Medailleurpreis 2025. Redaktion S. Kötz (Suhl 2025) 6–32

- J. Eberhardt, Über das Gestalten von Münzkunst Johannes Eberhardt im Gespräch mit Anna Martha Napp und Bodo Broschat, in: Politik und Kultur, 4, 2025. Onlinefassung

- J. Eberhardt, Exploring the Facets of a Congress Medal, in: M. Hirsch – D. Weidgenannt (Hrsg.), FIDEM XXXVIII Art Medal Exhibition Munich 2025. Our Myths, Our Roots (München 2025) 16–19

 

Christoph Klose

- Ch. Klose, Behrendt Pick und das Akademische Münzkabinett in Jena, in: K. Martin – M. Mulsow – J. Wienand (Hrsg.), Universitäre Münzsammlungen im deutschsprachigen Raum: Geschichte – Gegenwart und Zukunft (Göttingen 2025) 185–238. DOI 10.13109/9783666306082.185

- Ch. Klose und B. Weisser, Digitale Sicherheitsdokumentation im musealen Kontext: Der digitale Besitznachweis als Anwendungsbeispiel für den Minimaldatensatz, Archäologische Informationen 47, 2024 [2025] 83–98. DOI 10.11588/ai.2024.1.110392

- Ch. Klose – A. Gnyp – V. Biesterfeld – M. Morstein – K. Sternitzke – B. Fritsch – A. Gerber – B. Streubel – B. Weisser, Dokumentationsstandards und der Besitznachweis in Sammlungen – ein vergleichender Überblick (2025). DOI 10.5281/zenodo.16902837

 

Jan Oliver Peuckert

- J. O. Peuckert, Der Phönix auf den alexandrinischen Münzen des Antoninus Pius, Numismatisches Nachrichtenblatt 74, 2025, 270–272

 

Bernhard Weisser

- B. Weisser – A. Gorys, Identitätskonstruktionen in Adramyttion. Münzgeschichte und historisches Gedächtnis in einer mysischen Landschaft, in: S. Kerschbaum – H. Vidin (Hrsg.), Tracing the Local(s): The Local World of Mediterranean Landscapes in Greek and Roman Coinage (Bordeaux 2025) 177–203

- B. Weisser, Josef Liegle (1893–1930) and the Education of Boys, in: P. P. Iossif Y. Stoyas (Hrsg.), Fleur de Coin: Studies offered to François de Callataÿ by his students and friends (Athen 2025) 602–621

- B. Weisser, IKMK – The Münzkabinett’s Online Catalogue(s) 2015–2025, in: J. Bodzek A. Bursche A. Zapolska (Hrsg.), Proceedings of the XVI International Congress, 11–16.09.2022, Warsaw, IV: Medals, Modern, and General Numismatics, WSA, 13 (Turnhout 2025) 231–237 [mit K. Dahmen, J. Freundel, K. Vondrovec, J. Wienand, K. Martin, S. Börner und B. Zäch]. DOI: 10.1484/M.WSA-EB.5.145483

- B. Weisser – J. Wienand, Materialität und Digitalität. Universitäre Münzsammlungen im Verbund mit dem Münzkabinett Berlin, in: J. Wienand – K. Martin – M. Mulsow (Hrsg.), Universitäre Münzsammlungen im deutschsprachigen Raum. Geschichte, Gegenwart, Zukunft (Göttingen 2025) 709–727. DOI: 10.13109/9783666306082.709

- M. Ohm – B. Weisser, 75 Jahre Numismatische Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland, Numismatisches Nachrichtenblatt 74, 2025, 424–427. Onlinefassung

- B. Weisser, Briefe aus Berlin, Numismatisch-museologische Betrachtungen, MuenzenRevue 57, 2025: Briefe Nr. 82–92. Onlinefassung

- B. Weisser, Das Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin im Jahr 2024. Online Zeitschrift zur Antiken Numismatik 7, 2025, 89–106. DOI: 10.17879/ozean-2025-9178

 

Die Zeitschrift »Geldgeschichtliche Nachrichten« der Gesellschaft für Internationale Geldgeschichte wird von Christian Stoess herausgegeben. Patrick Breternitz ist Mitherausgeber der Zeitschriften »Jaarboek voor Munt- en Penningkunde« und »Jahrbuch der Kölner Münzfreunde«.

 

Social Media

Bernhard Weisser berichtet auf Linkedin, Johannes Eberhardt auf Instagram über die Arbeit im Münzkabinett. Karsten Dahmen pflegt die Nachrichtenseiten des IKMK und der Numismatischen Gesellschaft zu Berlin, Johannes Eberhardt die Webseite der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst und Christian Stoess die Webseite der Numismatischen Kommission.

 

Forschungsprojekte (chronologisch und in Auswahl)

CHANGE. The development of the monetary economy of ancient Anatolia, c. 630–30 BC, Sept. 2020 bis Aug. 2025, EU-gefördert; gemeinsam mit University of Oxford, British Museum

Mit Projektende waren die Basisdaten von 16.898 vorkaiserzeitlichen Münzen Kleinasiens in mk-edit erfasst. Davon waren bis Ende August bereits 10.980 online. Von dem Projekt wurden bereits Rücklinks zur Verfügung gestellt, die unsere Dateneinträge bereichern. Ergebnisse dieses Projektes zahlen unmittelbar in das neue BBAW-Vorhaben Imagines Nummorum ein (s.u.)

Beteiligte: Bernhard Weisser, Stefanie Baars, Jan Peuckert

Kipper- und Wipper, seit 09/2020, gefördert durch den Förderkreis des Münzkabinetts und die Ronus-Foundation

Von den 3.521 Münzen sind weitere qualifiziert worden, darunter 210 Münzen aus dem Fund von Pasewalk

Beteiligte: Christian Stoess, Paul Scott Höffgen, Marco Krüger, Johannes Eberhardt

 

NFDI4Objects. Research Data Infrastructure for the Material Remains of Human History, seit 03/2023, DFG-gefördert; gemeinsam u. a. mit dem DAI und LEIZA

Das Münzkabinett ist in NFDI4Objects für den Arbeitsbereich (Task Area) 2 Collecting mitverantwortlich, in welchem das Forschungsdatenmanagement für Objekte in Sammlungen thematisiert wird. Folgende Bereiche wurden 2025 vorrangig bearbeitet: Digitales Sammlungsmanagement, Besitznachweis im Verlustfall, Provenienzforschung, Objekte als Inschriftenträger, Research Software Engineering sowie Semantic Modelling und Linked Open Data. Daneben erreichte die erste Förderphase von NFDI4Objects 2025 ihre Halbzeit, was mit zahlreichen Evaluationsmaßnahmen, Gedanken zur Neuausrichtung und Arbeitsplänen für die zweite Phase verbunden war.

Beteiligte: Stefanie Baars, Angela Berthold, Christoph Klose, Katharina Martin, Jan Peuckert und Bernhard Weisser

 

 

Abb. 11: Teilnehmende des 3rd Community Meeting von NFDI4Objects im Bergbaumuseum Bochum (30.9.–2.10.2025). Foto: Patrick Lambertus

 

Sammlung Thomas Würtenberger, »Ius in nummis«, seit 2021, gefördert durch den Förderkreis des Münzkabinetts und Familie Würtenberger

Die Konzentration in diesem Jahr lag in Arbeiten für die Veröffentlichung der Kabinettspublikation, die im November erfolgte.

Beteiligte: Johannes Eberhardt, Renate Vogel, Kaya Guske

 

Die Münzen des Ostfränkisch-Deutschen Reiches 843 bis 1125 (MODR)

Seit 2024. Im April erschien der Band MODR VI 2/1–3 mit den Münzen der heute außerhalb Deutschlands liegenden Teile des Ostfränkisch-Deutschen Reiches (Frankreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg) im Bestand des Münzkabinetts (Abb. 12 und 13). Der Band enthält 1.605 Münzen (Kat. Nr. 1101–2676), die alle einzeln beschrieben und abgebildet sind, sowie eine sammlungsgeschichtliche Einleitung zu dieser Bestandsgruppe, Konkordanzen, Register und Bibliographie. Im Juni 2025 folgte mit MODR II 2/4 (Basistypenkatalog Deutschland, Mosel und Mittelrhein) der erste Band der Münzen auf dem heutigen Territorium Deutschlands. Er umfasst die Münzstätten und Münztypen im Raum Mosel und Mittelrhein (heutiges Bundesland Rheinland-Pfalz, historisch Teile der Herzogtümer Oberlothringen und Franken; Basistypen 403 bis 482). Für die großen rheinischen Münzzentren Mainz, Worms und Speyer bedeutet der Band die erste vollständige zusammenfassende Neubearbeitung seit Dannenberg 1905. Das zweite Halbjahr 2025 war dem Parallelband MODR VI 2/4 (Bestandskatalog Münzkabinett Berlin. Deutschland, Mosel und Mittelrhein) gewidmet. Der Band schließt an MODR VI 2/1–3 (2025) an und enthält 929 Münzen (Kat. Nr. 2701–3623). Das Manuskript ist abgeschlossen.

Beteiligte: Bernd Kluge, Christian Stoess, Patrick Breternitz, Arthur Hampel

 

Abb. 12: Der Bestandskatalog von Bernd Kluge enthält sechs Spalten. Vorne steht der Verweis zum Basistypenkatalog, es folgt die Nummer im Bestandskatalog, anschließend Gewicht, Durchmesser und Stempelstellung. Die hintere Spalte beinhaltet die Erwerbungsangabe, eines oder mehrere Stückzitate sowie die IKMK Nr. (aus B. Kluge, MODR VI, Teil 2/1–3, S. 46). Die Objektnummer verweist auf den Onlinekatalog des Münzkabinetts ikmk.smb.museum

 

Abb. 13: Abbildungen der Münzen im Maßstab 1:1 (aus B. Kluge, MODR VI, Teil 2/1–3, S. 47). Bernd Kluge weist Münzen, die sich in der Literatur unter Esslingen finden, in die Umgebung von Straßburg und schlägt dafür »Selz(?)« vor. Diese Zuweisungen erfolgen aufgrund der Einteilungen in seinem Basistypenkatalog

 

Imagines Nummorum: Thesaurus Iconographicus Nummorum Graecorum online (Abb. 14). Gefördert von der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften

 

Abb. 14: Die Veröffentlichung der 114.845 griechischen Münzen des Münzkabinetts innerhalb der nächsten 25 Jahre ist in fünf Module unterteilt. Von 2025 bis 2030 geht es im Akademie-Vorhaben um 16.964 Münzen rund um das Schwarze Meer und in Nordwestkleinasien. Karte: Vladimir Stolba

 

Das Vorhaben ist für 25 Jahre geplant und hat sich vier Aufgaben gestellt:

  1. Corpora sind Merkmale von Akademievorhaben. Die das Münzkabinett unmittelbar betreffende Aufgabe ist die Veröffentlichung von 114.845 antiken griechischen Münzen. Sie bilden etwa 1/5 des Gesamtbestandes und sind als Referenzwerk für die griechische Numismatik unverzichtbar. Seit dem Jahr 2007 haben wir bereits 18.902 griechische Münzen in unserem Interaktiven Münzkatalog ikmk.smb.museum publiziert, bis Jahresende konnte die Anzahl der publizierten Münzen auf 21.099 Münzen erhöht werden. Das Gesamtvorhaben ist in fünf Module zu je fünf Jahren unterteilt, die Münzen sind in unterschiedlich große Partien aufgeteilt. Es wurde mit den Regionen begonnen, zu denen derzeit bei uns die größte Expertise vorhanden ist.

  2. Bislang gibt es noch keinen guten Thesaurus zur griechischen Münzikonographie. Es besteht aber ein Bedarf, den der »Thesaurus Iconographicus Nummorum Graecorum« befriedigen will. In den letzten zehn Jahren haben sich die digitalen Werkzeuge weiterentwickelt. Unter Einsatz von persistenten Identifikatoren und Verlinkungen wird ein neues Normdatenrepositorium geschaffen, das die ikonographische Kontextualisierung der Münzen erleichtern wird. Die Arbeit erfolgt in enger nationaler und internationaler Abstimmung (v. a. in Nomisma).

  3. Die digitale Infrastruktur wird über den kompletten Zeitraum mit einer vollen Wissenschaftlerstelle abgesichert. Nur sie ermöglicht, agil auf die Entwicklungen zu reagieren, die sowohl geisteswissenschaftliche als auch digitale Kompetenzen erfordern. KI-gestützte Werkzeuge, Datenaustausch und die weitere Qualifizierung der gemeinsam entwickelten digitalen Produkte und Dienste sind ein wichtiger Erfolgsgarant des gesamten Vorhabens.

  4. Alle Aktivitäten spielen im digitalen Raum und die Arbeit ist vom ersten Tag an sichtbar. Wie gut sie sind, wird anhand exemplarischer Auswertungen in Bezug auf zentrale bildwissenschaftlich-historische Fragen überprüft. Die Bildwissenschaften umfassen sehr viel mehr als einen Ikonographiethesaurus. Ziel des Vorhabens ist es, die antiken griechischen Münzen als historische Quellen und Träger von Bildern und Texten umfassend zu kontextualisieren. Die ersten fünf Jahre widmen sich den Bildbedeutungen im räumlichen Kontext.

Beteiligte: Bernhard Weisser, Angela Berthold, Karsten Dahmen, Andrea Gorys (BBAW), Ioanna Maina (BBAW), Paul Seyfried (BBAW), Patrick Dörr (BBAW), Rosa Philomena Ludwig (BBAW), Johannes Victor (BBAW)

 

Die Bestände des Hohenzollern-Museums (Schloss Monbijou)

2025–2026. Im Mai 2025 kam es zur einvernehmlichen Lösung zum Umgang mit den Sammlungsobjekten aus dem ehemaligen Hohenzollernmuseum. Zu den 2.999 Einzelobjekten, die die Stiftung Preußischer Kulturbesitz abgibt, gehören 2.122 Münzen und Medaillen, die Doubletten in Bezug auf unseren eigenen Museumsbestand sind. Dabei handelt es sich aber nicht um minderwertige Stücke, sondern im Gegenteil häufig um prägefrische Belegexemplare aus königlichem Besitz, die häufig als Donative dienten. Nachdem die Münzen, Medaillen und anderen numismatischen Objekte aus dem ehemaligen Besitz des Hohenzollern-Museums 1958 aus Russland nach Ostberlin zurückkehrten, wurden sie an das Münzkabinett überwiesen. Im Zuge der Rückführung der Bestände des ehemaligen Hohenzollern-Museums (Schloss Monbijou) wurden sämtliche der 2.122 Objekte fotografiert und nun mit Basisdaten im mk-edit erfasst. Die erste Hälfte der Objekte wurde im Dezember 2025 an die Stiftung Hohenzollernscher Kunstbesitz übergeben (Abb. 15).

Beteiligte: Johannes Eberhardt, Marco Krüger, Leo Brey, Kaya Guske, Arthur Hampel, Bernhard Weisser

Abb. 15: Christoph Carl Pfeuffer, Akademie der Künste, 1842–1850. Gold, 30 mm, ex Hohenzollern-Museum, Inv. HM00175-1. Münzkabinett ID-Nr. 128138. Die Vorderseite zeigt König Friedrich Wilhelm IV., die Rückseite das Königliche Museum (heute Altes Museum). Kleine Preismedaille für Kunst, auf Vorschlag der Akademie an die ›Meister der vorzüglichsten Kunstwerke bei den jedesmaligen großen Kunstausstellungen‹ verliehen. Als Dublette im Dezember 2025 an das Haus Hohenzollern übergeben. Fotos: Johannes Eberhardt

 

Lehre und Qualifizierung

SS 2025: Johannes Eberhardt, »Italienische Münzen des Mittelalters als historische Quellen: Einführung und Bestimmungsübung«, Übung, Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Geschichtswissenschaften

WS 2025/26: Angela Berthold und Bernhard Weisser, »Numismatische Provenienzforschung. Digitale Ressourcen und Methoden«, Seminar, Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Archäologie

Abgeschlossene Qualifikationsarbeit: Michele Lange M.A., »Einprägende Bilder. Die Ästhetik(en) von Münzen in der römischen Kaiserzeit« (Diss. Phil. Tübingen 2025, Zweitgutachter: Bernhard Weisser)

Karsten Dahmen, Johannes Eberhardt, Christian Stoess und Bernhard Weisser veranstalteten Übungen und Blockseminare zur Numismatik mit Studierenden der Universitäten Berlin, Göttingen und des Liceo Concetto Marchesi (Padua)

 

Forschungsstipendiat der SPK: David Weidgenannt (München). – IKMK-Stipendiatin: Noémie Carpentier (Paris)

 

Sammlungen

Die Arbeiten an den Münzen aus Mysien und der Troas dauern an. Hinzugenommen wurden Moesia Inferior und Bithynien. Fortgeführt wurden die Erfassung der Kerndaten zu den vorkaiserzeitlichen Münzen Kleinasiens, des Ostfränkisch-Deutschen Reiches (843–1125), der sog. Kipper und Wipper sowie der Neuerwerbungen aus der Sammlung »Ius in nummis« von Thomas Würtenberger. Alle Wissenschaftler dokumentierten Objekte im Interaktiven Katalog des Münzkabinetts (IKMK). Die Provenienzforschung betraf ungezählte Einzelrecherchen. Im Übrigen wird die Arbeit an der Sammlung stark bestimmt durch Materialvorlagen im Studiensaal, Anfragen, Leihersuchen und Fotowünsche, wobei jeweils parallel die Eingabe dieser Objekte in den IKMK erfolgt.

 

Fotografie (Christian Stoess/Dörte Klafack, Franziska Vu)

Die Zahl der mit dem System »Quickpx« fotografierten Objekte ist im Jahr 2025 von 169.284 auf 184.746 Stück gestiegen (Abb. 16). Damit wurden ca. 15.500 Objekte (2024: 21.500 Objekte) neu erfasst.

Sicherheitsfotografie (Stand 10. Dezember 2025):

 

  Antike

  MA/NZ/Med.

  Fremdbestände/Gipse

Objekte 

78.155

81.071

25.520

Laden 

1.405

1.424

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Unser Quickpx-System kam nicht nur in der eigenen Sammlung zum Einsatz, sondern wurde auch wieder auf den Grabungskampagnen in Assos und Priene verwendet (s.u. Abb. 19 a–c). Ergänzend wurden in einer Fotokampagne der Firma Lübke & Wiedemann im April 2025 1.500 Objekte, für die sich das hauseigene Fotosystem Quickpx nicht eignet, aufgenommen (griechische Münzen, Renaissancemedaillen, deutsche Medaillen des 17. und 18. Jahrhunderts). Hinzu kommen die Aufnahmen von Franziska Vu (ca. 500 Objekte). Somit sind insgesamt 17.500 Objekte in 2025 fotografisch erfasst worden. Mittlerweile liegen von insgesamt ca. 258.000 unserer 540.000 numismatischen Objekte digitale Aufnahmen vor. Die seit Mitte 2017 mit dem Quickpix-System aufgenommenen 165.000 Objekte enthalten zudem die Kerndaten (Durchmesser, Gewicht, Stempelstellung, Akzessionsangabe).

 

Abb. 16: Entwicklung der Fotoerfassung der Bestände im Münzkabinett bis Ende 2025

 

Bibliothek, Studiensaal und Archiv (Daniel Schatz, Johannes Eberhardt, Natalie Osowski)

Der Bibliotheksbestand ist im Jahr 2024 um 297 Monographien und 77 Bände Periodika gewachsen, davon kamen 325 als Tausch- und Belegexemplare oder als Schenkung in das Münzkabinett. Eine größere Schenkung (113 Bände) wird Isabelle Döry aus Friedberg bei Augsburg verdankt. Die Bibliothekare der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin, Daniel Schatz und Elisabeth Scheele, haben die Katalogisierung und Signierung der Bestände fortgesetzt, welche im Zuge dieser Arbeit auch in neuer Ordnung aufgestellt werden. Der Fokus lag auch 2025 auf der Retrokonversion der Rara-Bestände (frühe numismatische Literatur des 16. bis frühen 19. Jahrhunderts) sowie der umfangreichen Sammlung an Auktionskatalogen. Die Anzahl recherchierbarer Bestände des Münzkabinetts im OPAC der SMB-Bibliotheken umfasst nun 15.500 physische Einheiten.

 

Digitalisierung der Korrespondenz des Münzkabinetts 1928–1945

Das Jahr 2025 diente der Bearbeitung der Jahrgänge 1928–1931. Im Mai wurde die Digitalisierung der Korrespondenz 1932-1945 abgeschlossen. Nacharbeiten sind erforderlich (Natalie Osowski).

Die Besucherzahlen im von Natalie Osowski betreuten Studiensaal betrugen 1.161 (2024: 1.171).

 

Digitale Transformation

IKMK.NET

Das gemeinsame Portal IKMK.NET ist der sichtbarste Ausdruck des institutionsübergreifenden Handelns im Münzkabinett. Im Jahr 2025 gingen das Akademische Kunstmuseum Bonn und die Kikpe-Stiftung Athen online, so dass es auch nun auch einen griechischen Partner in dem Verbund gibt.

Mit nunmehr 161.348 (2024: 143.2023) Objekten ist es weiterhin das umfangreichste qualitätvolle numismatische Online-Portal im deutschsprachigen Raum. Beteiligt sind 51 Sammlungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und nun auch Griechenland. Die Münzen werden in 36 IKMKs ausgespielt. Alle Informationen und ein Großteil der Bilder (u. a. vom Münzkabinett Berlin) sind gemeinfrei gestellt. Teilgruppen daraus werden in viele weitere, vorrangig internationale, Themenportale übertragen. Verbesserungen im Layout betrafen sowohl das IKMK.NET als auch die einzelnen IKMKs. Das IKMK.NET wird seit 2023 auf einem externen Server gehostet. Dieser steht auch den IKMKs unserer Partner zur Verfügung, wenn sich das Hosting auf institutionseigenen Servern als weniger geeignet bzw. die IKMK-Server als bessere Lösung erweisen.

NDP

Das Normdatenportal NDP, ein Dienst des Münzkabinetts für IKMK.NET, KENOM sowie die gesamte Öffentlichkeit, ist weiter gewachsen: bei den Personendaten auf 16.365 (2024: 15.258) Einträge, den Geographica auf 4.164 (2024: 4.081) und den Nominalen auf 2.661 (2024: 2.599). Insgesamt sind derzeit 23.707 (2024: 22.438) Konzepte hinterlegt.

IKMK Berlin

Seit 2025 besteht die Möglichkeit, sich Patenschaftsurkunden als pdf herunterzuladen. Nun sind im IKMK des Münzkabinetts 62.279 (2024: 58.892) Objekte online veröffentlicht. Es gab 3.387 (2024: 2.576) Neueinträge, davon waren 906 (2024: 1.405) Basiseinträge. Viele der Neueinträge waren das Ergebnis von Drittmittelprojekten oder Anfragen. Nach wie vor gibt es keinen museumseigenen Etat für diese zentrale digitale Fachaufgabe.

Die Zusammenarbeit mit den IKMK-Partnern, Weiterentwicklungen sowie die Endredaktion der museumseigenen IKMK-Einträge, die Betreuung des Normdatenportals und Mitarbeit bei NOMISMA bildeten auch 2025 Arbeitsschwerpunkte von Karsten Dahmen.

 

Restaurierung (Kyrill Radezky)

Im Jahr 2025 wurde die kontinuierliche konservatorisch-restauratorische Betreuung des Sammlungsbestands fortgeführt. Insgesamt wurden 304 Objekte aus unterschiedlichen Anlässen bearbeitet und dokumentiert. Ein zusätzlicher Schwerpunkt lag auf der Restaurierung und Konservierung römischer Münzen aus dem Samos-Fund. Dabei untersuchte Dipl.-Restauratorin (FH) Petra Hofmann 1.607 Münzen, von denen 837 restauriert wurden. Darüber hinaus wurde mit der Bearbeitung der Münzen aus der antiken Stadt Priene begonnen, die im kommenden Jahr fortgesetzt wird. Seit 2025 werden die restauratorischen Maßnahmen zudem mit der internen Datenbank IKMK verknüpft, wodurch die Dokumentation und Sichtbarkeit der Restaurierungsarbeiten deutlich verbessert werden konnten.

 

Ausstellungen und Veranstaltungen

Eigene Sonderausstellungen

Lange Finger – Falsche Münzen. Die dunkle Seite der Numismatik, 17. Mai 2024 – 21. September 2025. Kurator: Christian Stoess. Im Rahmen der Sonderausstellung erfolgte ein Kolloquium und die Übergabe der Prägewerkzeuge von Carl Wilhelm Becker als Schenkung des Landes Hessen am 10. April 2025 (s. o. Abb. 2–3).

Die Pazzi-Verschwörung: Macht, Gewalt und Kunst im Florenz der Renaissance, 24. Oktober 2025 – 20. September 2026 (s. Abb. 10 b und 17). Kurator: Karsten Dahmen. Für die Ausstellung wurden je ein Objekt aus Florenz und dem Deutschen Historischen Museum Berlin ausgeliehen und weitere 18 Objekte aus den Staatlichen Museen.

Anna Franziska Schwarzbach stellte der Dauerausstellung ihre Almosenempfängerin als Leihgabe bis auf Widerruf zur Verfügung.

Abb. 17: Bertoldi di Giovanni, Giuliano de’ Medici, Die Pazzi-Verschwörung, 1478. Medaille mit Kennzeichnung der Personen. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die beiden Exemplare der berühmten Medaille mit Darstellung der Mordtat vom April 1478, die sich heute in der Skulpturensammlung (James Simon) und im Münzkabinett (Benoni Friedländer) befinden. Eine genauere Betrachtung zeigt eine künstlerisch innovative und sorgsam choreographierte Szenenfolge des Attentats, die sich mit zeitgenössischen literarischen Berichten deckt. Foto: Franziska Vu, Gestaltung: Jan Hawemann

 

Leihgaben für Sonderausstellungen

Für die Sonderausstellung Dioskuren – Der geschenkte Tag im Neuen Museum Berlin (12.04.2025 – 15.03.2026) wurde eine gemeinsame Begleitausstellung durch das leitende Ägyptische Museum und die Papyrussammlung, die Antikensammlung und das Münzkabinett geschaffen. Hierfür wurden insgesamt 19 Münzen und Medaillen als Leihgaben zur Verfügung gestellt. Von Seiten des Münzkabinetts war Jan Peuckert an der Ausstellungsgestaltung beteiligt.

 

Extern

Es wurden für sieben externe Sonderausstellungen 21 Objekte ausgeliehen. Und vergib uns unsere Schuld? Kirchen und Klöster im Nationalsozialismus, Stiftung Kloster Dalheim, 1 Objekt. – Prunk & Prägung. Der Kaiser und seine Künstler, Kunsthistorisches Museum Wien, 3 Objekte. – Figures du fou. Entre Moyen Âge et Renaissance, Musée du Louvre, Paris, 1 Objekt. – Was ist Aufklärung? Fragen an das 18. Jahrhundert, Deutsches Historisches Museum, Berlin, 2 Objekte. – Natur und deutsche Geschichte. Glaube – Biologie – Macht, Deutsches Historisches Museum, Berlin, 1 Objekt. – Körper. Kult. Religion. Perspektiven von der Antike bis zur Gegenwart, Universität Münster, Institut für Klassische Archäologie und Christliche Archäologie, 1 Objekt – Jüdisches Leben in Brandenburg, Brandenburg Museum für Zukunft, Gegenwart und Geschichte, Potsdam, 1 Objekt. – Marc Aurel. Was ist gute Herrschaft?, Stadtmuseum Simeonstift, Trier, 1 Objekt. – Marc Aurel. Kaiser, Feldherr, Philosoph, Rheinisches Landesmuseum Trier, 6 Objekte. – Honiggelb - Die Biene in der Kunst. Von der Renaissance bis in die Gegenwart, Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur, Wiesbaden, 4 Objekte. – Huldigung. Jubiläumsausstellung zum 500. Jahrestag des Abschlusses des Friedensvertrags (Königsberger Vertrag), Muzeum Malborku, 2 Objekte. – Caesar und Kleopatra, Historisches Museum der Pfalz Speyer, 2 Objekte

 

Veranstaltungen

Das Münzkabinett betreute Ende Januar einen Stand auf der World Money Fair in Berlin. Das Münzkabinett beteiligte sich am Inselfest im Rahmen der Dekade zum zweihundertjährigen Bestehen der Staatlichen Museen sowie an der Langen Nacht der Museen und dem Familientag im Bode-Museum. Weiter etabliert und entwickelt wurde das Format »NahBARES Rares!«, bei dem an jedem ersten Sonntag des Monats im Bode-Museum die Gelegenheit besteht, gemeinsam mit dem Team des Münzkabinetts ausgewählte Originale der größten Münzsammlung Deutschlands zu erkunden. Was im normalen Museumsbetrieb leider nicht geht, wird hier möglich: historische Münzen und Medaillen in die Hand zu nehmen. Es handelt sich um eine möglichst barrierearme Gelegenheit, um über Museumsobjekte aber auch über gegenseitige persönliche Interessen am Thema Münzen, Medaillen und Museum mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch zu kommen.

Die Jahrestagung zum IKMK.net fand am 20. Mai in Dresden statt. Ein zweites (virtuelles) Treffen wurde am 24. November durchgeführt. Bei beiden Treffen hielten Karsten Dahmen und Bernhard Weisser Vorträge.

Am dritten Community-Meeting von NFDI4Objects vom 30. September bis 2. Oktober in Bochum waren Stefanie Baars, Angela Berthold, Jan Peuckert und Bernhard Weisser beteiligt (s.o. Abb. 11). Stefanie Baars, Angela Berthold und Christoph Klose organsierten verschiedene Veranstaltungen für das Task Area »Collecting« innerhalb von NFDI4Objects und nahmen an verschiedenen projektbezogenen Veranstaltungen teil.

Am 19. Tag der antiken Numismatik in Münster nahmen Karsten Dahmen, Jan Peuckert, Paul Seyfried und Bernhard Weisser teil.  

Abb. 18: Ein Stolperstein für Philipp Lederer (1872–1944). Fotos: Franziska Vu

Mit einer Stolpersteinverlegung vor seiner ehemaligen Wohn- und Geschäftsadresse Am Kupfergraben 4 (Abb. 18) ehrte das Münzkabinett am 2. Dezember den Numismatiker, Münz- und Antiquitätenhändler Dr. Philipp Lederer (1872–1944). Von dieser Adresse floh Lederer Ende 1938 vor den nationalsozialistischen Repressionen in die Schweiz. Ein wissenschaftliches Kolloquium zu Sammlungsobjekten entsprechender Provenienz würdigte Lederers Bedeutung für Museen und Sammlungen sowie seine besonders enge Beziehung zum Berliner Münzkabinett (mit Beiträgen u.a. von Angela Berthold, Christoph Klose und Bernhard Weisser).

Darüber hinaus hielten weitere Vorträge u. a. Stefanie Baars in Leipzig und London, Angela Berthold in Berlin und Bochum, Johannes Eberhardt in Halle und München, Karsten Dahmen in Berlin, Dresden und München, Christoph Klose in Aarhus und Berlin, Christian Stoess in Berlin und Frankfurt, Bernhard Weisser in Bochum, Dresden, Halle, Krakau und München. Im Münzkabinett fanden die Veranstaltungen der Numismatischen Gesellschaft zu Berlin sowie ihrer Arbeitskreise (Freundeskreis Antike Münzen, Berliner Medailleurkreis) statt.

 

Förderverein und die Ronus Foundation

Der Förderkreis des Münzkabinetts in der Numismatischen Gesellschaft zu Berlin (Sprecher Carl-Ludwig Thiele) und die Ronus Foundation trugen durch ihre Förderungen zum Gelingen von oben genannten Projekten und Vorhaben bei. Dazu gehören vor allem das Kipper- und Wipperprojekt sowie die Erfassung und Veröffentlichung der Sammlungserwerbung »Ius in nummis« (Abb. 10). Weiterhin unterstützt wurden die Fundmünzenkampagnen in Assos und Priene (Abb. 19). Der Förderverein finanzierte Erwerbungen, Ausstellungen und Publikationen.

Abb. 19: Aufnahme von Fundmünzen in der Ausgrabung von Priene und im Museum von Balat. Fotos: Aylin Tanrıöver und Bernhard Weisser

Abb. 20: Numismatik als Schwerpunkt der Aprilausgabe von Politik und Kultur, herausgegeben vom Deutschen Kulturrat. Mit Beiträgen von Olaf Zimmermann, Bernhard Weisser, Dennis Majewski, Reinhard Wolters, Olaf Gehrke, Ulrich Künker, Christian Stoess, Hendrik Mäkeler, Kerstin Lorek, Johannes Eberhardt, Anna Martha Napp, Bodo Broschat, Rainer Albert, Stefan Krmnicek, Johannes Wienand, Sylvia Karges, Matthias Ohm, Matthias Nuding, Uta Wallenstein, Martin Hirsch und Ulrike Peter. Foto: Bernhard Weisser

 

[Abbildungsnachweise: Abb. 1–2, 6, 9, 18: Franziska Vu; Abb. 3: David von Becker; Abb. 4, 8: Johannes Eberhardt; Abb. 5: Reinhard Saczewski; Abb. 7: Patrick Breternitz; Abb. 10: Gestaltung: Jan Hawemann; Abb. 11: Patrick Lambertus; Abb. 12–13: Screeanshot aus dem zitierten Werk; Abb. 14: Karte: Vladimir Stolba; Abb. 15: Johannes Eberhardt; Abb. 16: Zusammenstellung Christian Stoess; Abb. 17: Foto: Franziska Vu, Gestaltung: Jan Hawemann; Abb. 19 a: Aylin Tanrıöver; Abb. 19 b–20: Bernhard Weisser]