Sozio-ökologische Konflikte und die Rolle der Infrastruktur
Eine konfliktsoziologische Fallanalyse zur Wasserverteilung an einer Talsperre in Thüringen
DOI:
https://doi.org/10.17879/sun-2026-10264Schlagworte:
Wasserverteilung, Infrastruktur, sozio-ökologische Konflikte, nachhaltige EntwicklungAbstract
Der Artikel untersucht die Rolle von Infrastrukturen in sozio-ökologischen Konflikten am Beispiel der Wasserverteilung an einer Talsperre in Thüringen. Im Zentrum steht die Frage, wie Infrastrukturen Handlungsspielräume nicht nur technisch ermöglichen, sondern als aktive Elemente Konfliktdynamiken begrenzen oder stabilisieren. Wir nutzen dafür Lorenz’ Typologie sozio-ökologischer Konflikte als sensibilisierendes Konzept, das soziale und ökologische Konfliktachsen trennt und eine differenzierte Betrachtung von Interessen-, Gerechtigkeits- und Wertekonflikten ermöglicht. Der Artikel verbindet Perspektiven der Infrastruktur- und Konfliktforschung: Wasserinfrastrukturen sind weder neutrale Versorgungssysteme noch rein technische Gebilde, sondern nehmen eine aktive Rolle ein. Am Beispiel der Talsperre werden Konflikte um Ressourcennutzung, Zugangsrechte und Verantwortungsorganisation sichtbar, die im Spannungsfeld von Klimakrise, Ressourcenkonkurrenz und nachhaltiger Entwicklung stehen. Abschließend liefert der Beitrag Impulse zur Einordnung von Infrastruktur in gesellschaftliche Transformationsprozesse und sensibilisiert für ihre politischen, sozialen und ökologischen Dimensionen.
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