Exponiertheit in der Exponentialität
DOI:
https://doi.org/10.17879/sun-2026-10287Schlagworte:
Symposium zu Emanuel Deutschmann – Die ExponentialgesellschaftAbstract
Emanuel Deutschmann hat mit Die Exponentialgesellschaft eine umfassende Gesellschaftsdiagnose vorgelegt, die beansprucht die zentralen sozial-ökologischen Entwicklungen des ausgehenden 20. und des beginnenden 21. Jahrhunderts zu erfassen. Zentrale Vorzüge dieser Diagnose mache ich besonders in zwei Punkten aus: Erstens in der globalen Perspektive, die Interdependenzen betont, und zweitens in der Rekonstruktion gegenwärtiger gesellschaftlicher Konfliktlinien zwischen expansionistischen und stabilisatorischen Kräften. Beide Aspekte tragen dazu bei, eine ökonomistische Analyse und Kritik sozial-ökologischer Krisen zu vermeiden und sprechen für den anspruchsvollen Versuch, nationalstaatliche Antworten auf gegenwärtige Krisendynamiken zu problematisieren und zu überschreiten. In meinem Kommentar möchte ich allerdings auf zwei mit diesen Stärken verknüpfte Schwächen oder Leerstellen hinweisen: Erstens auf die genauere Bestimmung der Interdependenzen im Kontext der behaupteten Exponiertheit der Exponentialgesellschaft. Zweitens auf die enorme Flughöhe der Diagnose, die eine präzise Analyse und Kritik sozialer Ungleichheiten und Externalisierungen zu unterminieren droht.
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