Frauenfriedensbewegung in Bosnien und Herzegowina
DOI:
https://doi.org/10.17879/zpth-2026-9783Abstract
Der Krieg in Bosnien und Herzegowina (1992–1995) war von massiver Gewalt geprägt, in der Geschlecht und Sexualität eine zentrale Rolle spielten. Sexualisierte Gewalt fungierte dabei als strategische Kriegswaffe, eingebettet in ethnonationalistische und patriarchale Ideologien, wobei der weibliche Körper zur Projektionsfläche von Zugehörigkeit, Macht und territorialen Ansprüchen wurde. Parallel dazu entstanden vor, während und nach dem Krieg vielfältige Frauen- und Friedensinitiativen im postjugoslawischen Raum. Sie unterstützten Überlebende, leisteten humanitäre Hilfe und engagierten sich gegen Ethno-Nationalismus, Gewalt und Patriarchat, während sie zugleich grenzüberschreitende Solidarität, Versöhnung und Friedensarbeit förderten.
The war in Bosnia and Herzegovina (1992–1995) was marked by pervasive violence in which gender and sexuality constituted one central dimension. Sexual violence functioned as a strategic instrument of war, embedded in ethnonationalist and patriarchal ideologies, with the female body becoming a site onto which belonging, power, and territorial claims were projected. At the same time, diverse women’s and peace initiatives emerged before, during, and after the war across the post-Yugoslav region. These initiatives supported survivors, provided humanitarian aid, and mobilized against ethno-nationalism, violence, and patriarchy, while fostering cross-ethnic solidarity, processes of reconciliation and peacebuilding.
