Gewalt, Sprachmacht und Scham

Die Aktualität von Psalm 35

Autor/innen

  • Katharina Fockenbrock Universität Münster

DOI:

https://doi.org/10.17879/zpth-2026-9784

Abstract

Der Beitrag thematisiert die Auswirkungen von Gewalt und Machtasymmetrien am Beispiel von Ps 35. Vor allem Sprache und Sprachlosigkeit werden im Psalm genutzt, um Machtverhältnisse darzustellen und zu problematisieren. Zudem geben die Schambitten Aufschluss über die ethischen Implikationen des Textes. Die Aktualität des Themas zeigt sich anhand des Prozesses um Gisèle Pelicot, die auf den gesellschaftlichen Missstand verdrehter Täter-Opfer Logik aufmerksam macht, in der Scham eine wichtige Rolle einnimmt. Zudem wird die gesellschaftliche Verantwortung herausgestellt, Scham für Täter*innen und nicht für Betroffene wirksam zu machen. Wer von Scham getroffen werden soll, wird auch in Ps 35 deutlich formuliert.

This article examines the effects of violence and power asymmetries using Ps 35 as an example. Speech and speechlessness in particular are used in the psalm to illustrate and problematize power relations. Furthermore, the pleas for shame provide insight into the ethical implications of the text. The topicality of the subject is demonstrated by the trial of Gisèle Pelicot, who draws attention to the social injustice of twisted perpetrator-victim logic, in which shame plays a significant role. Furthermore, it highlights society’s responsibility to ensure that shame is directed at perpetrators and not victims. Ps 35 also clearly states who should be affected by shame.

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Veröffentlicht

2026-06-29

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