Gegen das Recht des Stärkeren

Die katholische Friedenslehre als Gegenentwurf zu einer Weltordnung der Gewalt

Autor/innen

  • Christian Nikolaus Braun Leiter des Instituts für Frieden und Militärethik (IFME)

DOI:

https://doi.org/10.17879/zpth-2026-9786

Abstract

Der Beitrag analysiert die Positionierung der katholischen Kirche angesichts einer weltpolitischen Lage, in der militärische Gewalt erneut als legitimes Mittel erscheint, eigene Interessen durchzusetzen. Ausgehend von konkreten kirchlichen Stellungnahmen zum Krieg in der Ukraine und im Iran wird vor dem Hintergrund einer kritischen Relektüre der Traditionen des gerechten Friedens und des gerechten Krieges die katholische Friedenslehre als systematischer Gegenentwurf zu einer Weltordnung entfaltet, in der militärische Gewalt als normales Instrument der Politik verstanden wird. Die kirchliche Verantwortung für den Frieden besteht demzufolge in einem klaren Widerspruch zu „might makes right“, aber auch in der kirchlichen Friedensarbeit vor Ort und der Wiederentdeckung des Friedenspotenzials von Religion.

This article analyses the Catholic Church's positioning in a geopolitical context in which military force is once again regarded as a legitimate instrument for the pursuit of political interests. Drawing on concrete ecclesial statements regarding the wars in Ukraine and Iran, and against the background of a critical rereading of the traditions of just peace and just war, Catholic peace teaching is presented as a systematic counterproposal to a world order in which military force is treated as a normal instrument of politics. The Church's responsibility for peace therefore consists in clear opposition to a "might makes right" logic, but equally in concrete ecclesial peace work at the local level and in the rediscovery of the peacebuilding potential of religion.

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Veröffentlicht

2026-06-29

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