Eucharistiefeier zwischen Ideal und Krise
Eine empirische Untersuchung zu den alltäglichen Erfahrungen von katholischen Priestern in Ostdeutschland
DOI:
https://doi.org/10.17879/zpth-2026-9794Abstract
Der Beitrag untersucht auf Grundlage qualitativer Interviews, wie katholische Priester das Eucharistie ideal unter den Bedingungen rückläufiger Gottesdienstbeteiligung erleben. Die Ergebnisse zeigen eine starke Orientierung an der theologischen Normativität. Zeitgleich wird der Rückgang als belastend erlebt und durch verschiedene Strategien bearbeitet. Zudem werden die Relativierung alternativer Gottesdienstformen und punktuell kontextbezogene Anpassungen sichtbar. Die Befunde werden mithilfe psychologischer Idealisierungskonzepte und affekttheoretischer Ansätze interpretiert. Sie verweisen auf ein Spannungsverhältnis zwischen normativem Anspruch und gelebter Wirklichkeit. Der Beitrag leistet damit einen interdisziplinären Zugang zur Analyse gegenwärtiger Herausforderungen kirchlicher Praxis.
Drawing from qualitative interview data this paper examines how catholic priests experience the ideal of the Eucharist in the context of declining church attendance. The findings reveal a strong orientation towards theological normativity. At the same time, the decline is experienced as a burden and addressed through various strategies. Furthermore, the relativisation of alternative forms of worship and selective context-specific adaptations become apparent. The findings are interpreted using psychological concepts of idealisation and approaches from affect theory. They point to a tension between normative expectations and lived reality. The article thus provides an interdisciplinary approach to the analysis of current challenges in church practice.
