„Making it Implicit“ – Habitueller Universalismus als Voraussetzung deliberativer Demokratie
– auch eine differenzierungstheoretische Kritik an subjektivierungskritischer Gegenaufklärung
DOI:
https://doi.org/10.17879/zts-2025-6666Schlagworte:
deliberative Demokratie, Postdemokratie, Verfassungspatriotismus, multiple Differenzierung, normative Ordnungen, Gemeinwohl, Habitus, Milieu, ImplizitheitAbstract
Zur Krise der rechtsstaatlich moderierten deliberativen Demokratie gehört der Niedergang ihrer normativen Ressourcen. Eine demokratietheoretische Spezifizierung der Theorie multipler Differenzierung rekonstruiert die Voraussetzungen eines demokratischen Austausches zwischen differenzierten normativen Ordnungen der Gesellschaft auf der Grundlage der Unterscheidung zwischen Aggregatzuständen normativer Koordination. „Making it implicit“ deutet darauf hin, dass milieuspezifische Orientierungen demokratische Institutionalisierungen nur dann hinreichend stützen, wenn sie mit einem implizit gewordenen Gemeinwohlvorbehalt imprägniert sind. Implizitheit ist dabei elementar, denn eine solche Loyalität zweiter Ordnung, d. h. die soziale Sedimentierung der Motivation zu einer demokratie-tauglichen normativen Dezentrierung, kann nicht exklusiv kognitiven Charakters sein. Sie bedarf der affektiven Verankerung im Habitus eines Milieus.
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