Neo-materialistische Bewegungen in der Transformation von Ernährungssystemen: Dynamiken zwischen Nachbarschaft und Wertschöpfungskette
DOI:
https://doi.org/10.17879/sun-2026-10398Schlagworte:
Ernährungsräte, Soziale Bewegungen, sozial-ökologische Transformation, organising, doability, InfrastrukturAbstract
Ernährungsräte gestalten die sozial-ökologische Transformation von Ernährungssystemen, indem sie Öffentlichkeit organisieren und Experimente initiieren, die Versorgung, Produktion und Konsum neu konfigurieren wollen. Der Beitrag untersucht Ernährungsräte als Bestandteil sozialer Bewegungsdynamiken und entwickelt eine relational-neo-materialistische Perspektive auf ihre Praxis. Im Mittelpunkt steht die materielle Organisation von Teilhabe: Räume, Infrastrukturen, Regeln und Zeitordnungen prägen, was im Alltag kollektiv durchführbar ist (Doability). Die empirische Analyse stützt sich auf vier Fallbeispiele im Umfeld deutscher Ernährungsräte, bestehend aus 14 narrativen Interviews, teilnehmenden Beobachtungen sowie Dokumenten und Online-Materialien. Organising wird als eine Form der materiell-relationalen Bewegungsarbeit rekonstruiert, durch die Projekte entstehen, arbeitsfähig bleiben und sich weiterentwickeln. Reichweite und Verstetigung werden durch ehrenamtliche Zeitbindungen, Zielgruppenresonanz und Umstellungsbereitschaft begrenzt. Der Fallvergleich unterscheidet nachbarschaftsorientierte und wertschöpfungskettenorientierte organising-Logiken mit unterschiedlichen Trade-offs.
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