Wie die klimaschutzbedingte Wiedervernässung von Moorböden landwirtschaftliche Familienbetriebe herausfordert. Einsichten zu einer zentralen gesellschaftlichen Gruppe für die sozial-ökologische Transformation der Landnutzung
DOI:
https://doi.org/10.17879/sun-2026-10248Schlagworte:
Moorwiedervernässung, Landwirtschaft, Objektive Hermeneutik, Biografische Identität, IncumbentsAbstract
Die Wiedervernässung landwirtschaftlich genutzter Moorböden wird in Deutschland seit rund 20 Jahren als Maßnahme zur Reduzierung von CO₂-Emissionen im Sektor „Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft“ diskutiert. Wie dieser Diskurs Landwirt*innen auf trockengelegten Moorböden beeinflusst, ist bislang kaum erforscht. Zur Schließung dieser Forschungslücke führten wir narrative Interviews mit Landwirt*innen aus Familienbetrieben im moorbodenreichsten Bundesland und werteten diese mittels Objektiver Hermeneutik aus. Die Analysen zeigen, dass die Wiedervernässungsdebatte in weiten Teilen der niedersächsischen Landwirtschaft als externe Einflussnahme wahrgenommen wird und damit dem Anspruch eigenverantwortlicher Betriebsgestaltung widerspricht. Dies prägt auch die betrieblich-biografischen Zukunftsperspektiven: Die Fortführung bestehender Hofkonzepte ist mit Unsicherheit und anhaltender Fremdbestimmung verbunden. In einem mehrdeutigen Diskursfeld fällt die Ablehnung der Wiedervernässung leichter als eine Neupositionierung. Zugleich ist festzuhalten, dass Landwirt*innen ihre Hofkonzepte grundsätzlich als veränderbar betrachten.
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