Funktionen und Tendenzen nachhaltigkeitsaffiner Kunstpraktiken
DOI:
https://doi.org/10.17879/sun-2026-9522Schlagworte:
Transformation, Funktionen der Kunst, postautonome Kunst, NachhaltigkeitAbstract
Akteur*innen aus dem Nachhaltigkeitsbereich äußern Erwartungen an die Künste dahingehend, dass sie Anliegen der Transformation unterstützen mögen, z.B. durch den emotionalen Zugang zu Menschen. Der Beitrag geht erstens der Frage nach, inwieweit dabei mitschwingende Funktionsvorstellungen sich im klassisch soziologischen Denken der Künste belegen lassen. Er setzt sich besonders eingehend mit theoretischen Vorstellungen von Kunstwerken als Gegen-Welten auseinander, die „das durch die herrschenden Formen Benachteiligte zur Geltung“ bringen (Luhmann). Solche Denkmodelle implizieren einen Wirkmechanismus, der ausschließlich über die individuelle Kontemplation des Ästhetischen läuft. Ausgehend davon, dass dies nicht plausibel ist, sowie von einem zunehmend „postautonomen“ Selbstverständnis der Künste, schlägt der Beitrag zweitens in Anlehnung an Roman Jakobson ein plurales Modell von sechs kommunikativen Funktionen vor. Mit ihm lassen sich nachhaltigkeitsaffine Kunstpraktiken instruktiv untersuchen, wobei die ästhetische Funktion keine von vornherein privilegierte Stellung einnimmt. In einem exemplarischen Durchgang durch verschiedenste sozialökologische künstlerische Positionen wird drittens plausibel gemacht, dass und wie das Arbeiten mit dem Sechs-Funktionen-Modell ertragreich werden kann.
Downloads
Veröffentlicht
Zitationsvorschlag
Ausgabe
Rubrik
Lizenz
Copyright (c) 2026 Manuel Rivera

Dieses Werk steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 International.
