From Bambi through the Slaughterhouse to the Forest: Nation, Hunting, and Violence in Human–Animal Figurations in Poland.
DOI:
https://doi.org/10.17879/sun-2026-9952Schlagworte:
hunting, habitus, Poland, civilising process, violence, human–animal relationsAbstract
Der Beitrag untersucht die Beziehung zwischen Tieren, Jagd und dem polnischen nationalen Habitus anhand von Norbert Elias’ Konzept des Zivilisationsprozesses. Auf Basis von Parlamentsdebatten, Expert*innenmeinungen, Medienberichten und soziologischen Perspektiven analysiert die Studie, wie Debatten über Gewalt an Tieren mit Fragen nationaler Identität, Tradition und Moderne verwoben sind. Jäger*innen rahmen Gewalt als notwendiges „Naturmanagement“, das in Tradition und Identität verankert ist, während Kritiker*innen die Jagd als überholte und dezivilisierende Praxis betrachten, die mit sich wandelnden ethischen Vorstellungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen über tierliche Kognition unvereinbar ist. Der Beitrag diskutiert diese Debatten zudem im Kontext von Verschiebungen der Mensch-Tier-Beziehungen, in denen sich eine „Disney-Mentalität“ und die Industrialisierung von Gewalt an Tieren mit nationalistischen Politiken verschränken. Die Studie fasst Jagd als umkämpften Ort nationaler Identitätskonstruktion und zeigt, wie in Polen ein Konflikt zwischen Tradition und sich wandelnden ethischen Anforderungen existiert, während sich Vorstellungen von Zivilisation im Zuge von Klimawandel, Speziesismus und sozialer Gerechtigkeit verändern.
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